Luzerner Kantonsrat genehmigt Ausbau der Rängglochstrasse


Roman Spirig
Regional / 10.05.21 17:09

Der Luzerner Kantonsrat hat zwei Strassenbauprojekte genehmigt, nämlich die Sanierung der Rängglochstrasse zwischen Kriens und Littau und der Hauptstrasse zwischen Neuenkirch und Nottwil. Die beiden Vorhaben kosten zusammen knapp 80 Millionen Franken.

Luzerner Kantonsrat genehmigt Ausbau der Rängglochstrasse (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Luzerner Kantonsrat genehmigt Ausbau der Rängglochstrasse (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Für die Rängglochstrasse sprach der Kantonsrat am Montag mit 109 zu 2 Stimmen einen Kredit von 53 Millionen Franken. Bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, müssen noch die Stimmberechtigten dem Vorhaben zustimmen.

Die kurvige Kantonsstrasse verbindet die Luzerner Vorortsgemeinde Kriens über das Ränggloch mit dem Luzerner Stadtteil Littau sowie Malters. Für heutige Bedürfnisse ist die Strasse zu schmal, ein Velostreifen oder ein Trottoir fehlen. Zudem kommt es in dem Gebiet immer wieder zu Rutschungen und Steinschlägen. Räto Camenisch (SVP) verglich die Rängglochstrasse mit einer Bergstrasse, nur dass sie im Siedlungsgebiet liege.

Die Strasse zwischen Kriens und Littau soll deswegen für die heutigen Bedürfnisse ausgebaut, also verbreitert und mit einem Rad- und Gehweg ergänzt und teilweise verschoben werden. Eine 160 Meter lange Brücke und weitere Verbauungen sollen die Verbindung vor Erdrutschen und Steinschlägen schützen.

András Özvegyi (GLP) begrüsste, dass mit dem Projekt auch die Kreuzung Horüti, wo die Strassen aus Kriens, Littau und Malters zusammentreffen, neu gestaltet werde. Dieser gilt mit seiner 180-Grad-Kehre als unübersichtlich und gefährlich. Özvegyi bekannte, dass er nie sicher sei, ob er dort den Blinker stellen müsse.

Nicht Teil des Projekt ist der Abschnitt vom Ränggloch Richtung Malters. Martin Birrer (FDP) sagte, dass auch der Ausbau des Abschnitts zwischen dem Ränggloch und Malters aktuell werde, denn auch diese Strasse sei eng und ohne Velowege.

Nach dem Strassenausbau soll eine Buslinie zwischen Malters, Littau und Kriens geschaffen werden, wie vor einer Woche bekannt wurde. Hasan Candan (SP) unterstützte dies. Strassenbauten in der heutigen Zeit müssten dem Velo- und dem öffentlichen Verkehr eine Schlüsselfunktion zuweisen. Sein Antrag, den Bus schon während den Bauarbeiten einzuführen, lehnte das Parlament aber ab.

Die Strasse wird 2023/2024 wegen den Bauarbeiten während rund 18 Monaten gesperrt sein. Die Auswirkungen dürften in Form von zusätzlichem Autoverkehr in der Stadt Luzern zu spüren sein.

Kommissionssprecher Pius Kaufmann (CVP) sagte, diese Sperrung sei störend, aber notwendig. Massnahmen wie Buspriorisierungen sollen gemäss Kanton dazu beitragen, dass der öffentliche Verkehr in Luzern trotz des zusätzlichen Autoverkehrs ungehindert rollen kann.

Judith Schmutz (Grüne) zeigte sich nicht begeistert von dem Vorhaben, sagte aber, es sei eine Investition in die Verkehrssicherheit. Wie andere, auch bürgerliche Sprecherinnen und Sprecher, geht sie davon aus, dass die ausgebaute Strasse zu mehr Verkehr in Kriens und Littau führen könne.

Befürchtet wird namentlich, dass die Rängglochstrasse künftig von GPS-gelenkten Lastwagen als Abkürzung zwischen Emmen und Kriens benutzt werden könnte. Christine Kaufmann (CVP), Stadtpräsidentin von Kriens, regte deswegen eine Dosierungsanlage an.

Der Kantonsrat genehmigte ferner einstimmig einen Kredit von 14,8 Millionen Franken. Damit kann für rund 26 Millionen Franken ein fünf Kilometer langer Abschnitt zwischen Sempach Station (Gemeinde Neuenkirch) und Nottwil ausgebaut werden. Die restlichen 11,3 Millionen Franken kann der Regierungsrat in eigener Kompetenz beschliessen.

Das Projekt sieht vor, die Strasse zwischen dem Kreisel Lippenrüti bei Sempach Station und der Ortseinfahrt Nottwil von heute maximal 6,6 Meter auf 7,0 Meter zu verbreitern. Zudem wird ein durchgehender 2,3 Meter breiter Rad- und Gehweg geschaffen.

(sda)


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