Luzerner Kantonsrat sagt ja zu weiteren Covid-Hilfen


Roman Spirig
Regional / 26.10.21 19:26

Der Kanton Luzern kann mit rund 30 Millionen Franken von der Coronapandemie getroffenen Unternehmen helfen. Der Kantonsrat hat einen Sonderkredit von 13,2 Millionen Franken und einen Zusatzkredit von 16,5 Millionen Franken einstimmig genehmigt. Eine Finanzspritze erhalten auch die Spitäler und die Kultur.

Luzerner Kantonsrat sagt ja zu weiteren Covid-Hilfen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Luzerner Kantonsrat sagt ja zu weiteren Covid-Hilfen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die 13,2 Millionen Franken sollen von der Coronakrise gebeutelten Unternehmen zu Gute kommen, die durch das bisherige Netz der Härtefallhilfe gefallen sind. Dies können etwa neu gegründete Unternehmen sein. Die Hilfe soll nicht gedeckte Fixkosten vergüten und wird vom Bund bezahlt, der Kanton muss sie aber vorschiessen.

Der Kredit von 16,5 Millionen Franken ist für Unternehmen bestimmt, die in der Coronapandemie zwar nicht behördlich geschlossen wurden, aber wegen den Coronamassnahmen Einbussen erleiden. Davon profitieren können nur Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 5 Millionen Franken.

Die Kredite waren im Kantonsrat unbestritten. Finanzdirektor Reto Wyss (Mitte) zog eine positive Bilanz zur bisherigen Covid-Hilfe. Das Ziel sei erreicht worden, die Betriebe hätten wieder Tritt gefasst, sagte er.

Unbestritten war auch die Hilfe an Listenspitäler, die mit 102 zu 2 Stimmen genehmigt wurde. Für die pandemiebedingten Ertragsausfälle stellt der Kanton den Spitälern damit 14 Millionen Franken zur Verfügung. Ein grosser Teil dieser Summe, nämlich 12,8 Millionen Franken, geht an das Luzerner Kantonsspital.

Die Spitäler mussten 2020 Ertragsverluste hinnehmen, weil sie wegen Corona weniger Behandlungen durchführen konnten. Der Effort, den die Spitäler in der Krise geleistet hätten, habe sich finanziell für sie nicht gelohnt, sagte Gesundheitsdirektor Guido Graf (Mitte).

Bedingung für die Hilfe ist, dass die Spitäler 2020 einen Verlust auswiesen haben und weder Boni noch Dividenden ausgeschüttet haben. Neben dem Kantonsspital erhalten auch das Paraplegikerzentrum Nottwil, das Therapiezentrum Meggen, das Geburtshaus Terra Alta und die Rehakliik Sonnmatt eine Entschädigung, nicht aber die Hirslanden Klinik St. Anna und die Luzerner Psychiatrie.

Für die pandemiebedingten Mehraufwendungen hatten die Spitäler bereits eine Entschädigung in Höhe von 13 Millionen Franken erhalten.

Dem Kantonsspital greift der Kanton zudem als Eigner mit einer Kapitalerhöhung von 25,9 Millionen Franken unter die Achsel. Diese Kapitalerhöhung passierte im Parlament mit 99 zu 1 Stimmen und muss im Februar 2022 zusätzlich von den Stimmberechtigten genehmigt werden.

Coronahilfe von 11,4 Millionen Franken erhält die Luzerner Kultur in Form von Ausfallentschädigungen. Die Hälfte davon wird der Bund übernehmen. Auch diese Hilfe war unbestritten und wurde mit 90 zu 0 Stimmen genehmigt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Curler kommen aus eigener Kraft nicht weiter
Sport

Schweizer Curler kommen aus eigener Kraft nicht weiter

Wie die Schweizer Frauen werden auch die Curler des CC Genf um Skip Peter De Cruz an den Europameisterschaften in Lillehammer nicht mehr aus eigener Kraft weiterkommen können.

Swiss Life setzt im neuen Strategieprogramm hohe Ziele
Wirtschaft

Swiss Life setzt im neuen Strategieprogramm hohe Ziele

Die Swiss Life startet im kommenden Jahr das nächste Strategieprogramm und setzt neue Finanzziele. Dabei legt der Konzern die Latte für 2022 bis 2024 verglichen mit den noch bis zum Jahresende geltenden Zielen einige Stufen höher.

SIX denkt über mehr Verlagerungen ins Ausland nach
Wirtschaft

SIX denkt über mehr Verlagerungen ins Ausland nach

Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX hat nach der Übernahme der spanischen Börse mehr Spielraum, um gewisse Funktionen ins Ausland zu verlagern. Tendenziell würden einige der Arbeiten künftig denn auch in Spanien oder Polen gemacht.

Blackrock beteiligt sich an Stromtankstellen-Betreiber Ionity
Wirtschaft

Blackrock beteiligt sich an Stromtankstellen-Betreiber Ionity

Der deutsche Ladenetzbetreiber der Autokonzerne für Elektroautos, Ionity, hat einen neuen Investor gewonnen und bekommt mehr Geld zum Ausbau seines Angebots. Der weltweit grösste Vermögensverwalter Blackrock werde Anteilseigner, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.