Luzerner Kantonsrat will Beromünster vom Verkehr entlasten


News Redaktion
Regional / 28.11.22 16:36

Der Durchgangsverkehr soll in Beromünster nicht mehr durch den Flecken rollen. Der Luzerner Kantonsrat will den historischen Ortskern mit einer Umfahrungsstrasse entlasten. Dafür hat er am Montag einen Sonderkredit von 70,6 Millionen Franken genehmigt.

Beromünster soll dank einer Umfahrungsstrasse vom Durchgangsverkehr befreit werden. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Beromünster soll dank einer Umfahrungsstrasse vom Durchgangsverkehr befreit werden. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Geplant ist eine rund 1400 Meter lange, bogenförmige neue Strasse mitsamt Brücke über die Wyna und beidseitigen Radstreifen. Die "Ost- und Westumfahrung Beromünster" entlaste die Bewohnerinnen und Bewohner des historischen Zentrums von Lärm und Abgasen, fand die Mehrheit des Kantonsparlaments.

Zurzeit weist der Flecken ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von rund 9500 Fahrzeugen pro Tag auf. Der Verkehr soll künftig über die neue Strasse rollen, die zwischen dem Gebiet Lochete und Under Müli in Siedlungsnähe verläuft. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit soll 50 km/h betragen.

Damit dereinst auch tatsächlich weniger Autos im im Flecken unterwegs sind, ist auf der bestehenden Strasse als flankierende Massnahme Tempo 30 vorgesehen. Die Gemeinde Beromünster plant zusätzlich eine grössere Umgestaltung und Aufwertung des Ortskerns.

Pius Kaufmann (Mitte), Sprecher der vorberatenden Kommission, sagte, es sei unbestritten, dass der historische Kern des Fleckens Beromünsters vom Autoverkehr entlastet werden müsse. Die Begehung vor Ort habe gezeigt, dass die geplante die beste Lösung sei, sagte SVP-Sprecher Guido Müller.

Josef Wyss (Mitte) sagte, die geplante Linienführung sei ein Kompromiss. Der Kulturlandverlust sei vertretbar. Sabine Wermelinger (FDP) erklärte, dass die heutige Situation vor allem auch für die Lastwagenfahrer eine Zumutung sei. Mit dem Projekt mache Beromünster einen verkehrstechnischen Sprung in die heutige Zeit.

Schwer taten sich die Grünliberalen mit der Vorlage. Vor- und Nachteile hielten sich die Waage, sagte Fraktionssprecher András Özvegyi.

Gespalten war auch die SP. Isabella Schwegler sagte, der Flecken brauche zwar eine Lösung seiner Verkehrsmisere. Ein Teil der Fraktion betrachte das Projekt aber als zu teuer und als überdimensioniert.

Die Grünen lehnten die geplante Umfahrungsstrasse ab. Fraktionssprecherin Judith Schmutz sagte, das Projekt baue die Kapazitäten für den Autoverkehr aus und vernachlässige den Klimaschutz. Es brauche eine kleinere, siedlungsverträglichere und ressourcenschonendere Lösung, um das Ortszentrum zu entlasten.

Der Kantonsrat lehnte die von den Grünen beantragte Rückweisung aber mit 81 zu 28 Stimmen ab. Danach genehmigte er den Baukredit mit 87 zu 24 Stimmen.

Letztes Wort werden die Stimmberechtigten des Kantons Luzern haben. Der Baubeginn ist frühestens 2025, die Bauzeit beträgt drei bis vier Jahre.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Lausanne-Sport Sieger beim Rückrundenstart
Sport

Lausanne-Sport Sieger beim Rückrundenstart

Zum Auftakt der Rückrunde in der Challenge League gewinnt der erste Aufstiegsfavorit Lausanne-Sport das Duell mit Stade Lausanne-Ouchy "auswärts" auf der Pontaise 4:2.

Muslimische Seelsorger bleiben dauerhaft in Bundesasylzentren
Schweiz

Muslimische Seelsorger bleiben dauerhaft in Bundesasylzentren

In den Bundesasylzentren bleibt die muslimische Seelsorge dauerhaft tätig. Der Bund hat nach einem einjährigen Pilotprojekt die reguläre Fortführung des Angebots beschlossen. Die Präsenz der Seelsorgenden werde sowohl von den Migranten als auch vom Personal geschätzt.

Ukraine erlässt Sanktionen - Scholz setzt weiter auf Gespräche
International

Ukraine erlässt Sanktionen - Scholz setzt weiter auf Gespräche

Nach mehr als elf Monaten Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj neue Sanktionen in Kraft gesetzt. Betroffen seien 185 Unternehmen und Personen, die Russland im Angriffskrieg gegen sein Land unterstützten, sagte Selenskyj am Samstagabend. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) setzt weiter auch auf Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin. Er warnte mit Blick auf Waffenlieferungen vor einem "Überbietungswettbewerb". Unterdessen zieht die Ukraine einen Boykott der Olympischen Spiele 2024 in Paris in Betracht, falls dort Athleten aus Russland antreten dürfen.

Logitech ernennt Charles Boynton zum neuen Finanzchef
Wirtschaft

Logitech ernennt Charles Boynton zum neuen Finanzchef

Der Computerzubehörhersteller Logitech hat einen Nachfolger für seinen abtretenden Finanzchef gefunden. Per 6. Februar übernimmt Charles "Chuck" Boynton die Führung des Finanzbereichs im Unternehmen, wie Logitech am Montagabend mitteilte.