Luzerner Kantonsspital wird zur Dauerbaustelle


Roman Spirig
Regional / 16.08.19 11:45

Neues Kinderspital, neue Frauenklinik, neue Ambulatorien und neues Spitalzentrum: Auf dem Areal des Luzerner Kantonsspitals (Luks) wird in den nächsten 30 Jahren viel gebaut. Weil der Platz knapp ist, müssen durch Abrisse jeweils neue Freiflächen geschaffen werden.

Luzerner Kantonsspital wird zur Dauerbaustelle (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Luzerner Kantonsspital wird zur Dauerbaustelle (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Der Spitalrat und die Direktion des Luks haben am Freitag über die Baustrategie für das Areal in Luzern informiert. Dieses ist zwar etwa gleich gross wie der Kern der Altstadt, trotzdem fehlen auf ihm die freien Flächen, um die nötigen Neubauten zu realisieren.

Die Nutzungsdauer eines Spitals betrage etwa 30 Jahre, sagte Peter Schilliger, Vizepräsident des Spitalrats. Das Kinderspital sei rund 50 Jahre alt, das Bettenhochhaus 40 Jahre. Zudem habe sich der Spitalbetrieb stark verändert. Früher sei man ins Spital gegangen, um im Bett zu liegen. Heute entfielen auf einen stationären Patienten 15 ambulante. Die alten Bauten seien für die heutigen Bedürfnisse somit auch nicht mehr effizient zu betreiben.

Am dringendsten ist der Neubau des Kinderspitals. Mit diesem zusammen wird bis 2026 eine neue Frauenklinik erstellt, in zwei benachbarten, miteinander verbundenen Gebäuden. Dies ermöglicht es, die Geburtshilfe, die Neonatologie und die Neugeborenen-Intensivstation räumlich zu konzentrieren.

Zur Zeit arbeiten fünf Planerteams Studien für die Neubauten aus. Ein Ergebnis dürfte Mitte 2020 vorliegen. Die Kosten dürften sich auf 170 bis 200 Millionen Franken belaufen.

Kinderspital und Frauenklinik werden östlich des heutigen Kinderspitals errichtet. Dort wird es eine freie Fläche geben, weil das Bildungszentrum Gesundheit Zentralschweiz Xund in einen Neubau an der Spitalstrasse zieht.

Die heutige, 2001 eröffnete Frauenklinik, in der bis dahin ohnehin Sanierungen anstehen, wird als Raumreserve genutzt werden. Das alte Kinderspital und das Parkhaus werden abgerissen. Parkiert werden soll künftig unterirdisch unter den neuen Gebäuden.

Durch die Rückbauten wird Platz frei für eine nächste Bauphase, während der neue Ambulatorien gebaut werden. Auch auf dieses Neubauprojekt folgt ein Abriss, und zwar der eines Bürogebäudes und des Parkhausprovisoriums. Diese Rückbauten schaffen Platz für das neue Spitalzentrum, das das heutige Hochhaus ersetzen soll.

Damit gebe es dort wieder eine freie Fläche für ein weiteres Projekt in 30 Jahren, sagte Schilliger. Ein Spital sei nie fertig gebaut.

Pläne hat das Luzerner Kantonsspital aber nicht nur für seinen Hauptstandort Luzern, sondern auch für seine Aussenstandorte in Wolhusen und Sursee. Die beiden dortigen Spitäler sollen durch Neubauten ersetzt werden.

Das Spital Sursee soll entweder an seinem bisherigen Standort in Sursee oder in der Nachbargemeinde Schenkon gebaut werden. Ein Standortentscheid soll im Herbst fallen.

Weiter ist die Planung in Wolhusen. Noch im August solle dort die Baueingabe erfolgen, teilte das Luks mit. Geplant sei ein flaches Gebäude mit einem grosszügigen Spitalpark. Das Kostendach (ohne Nebengebäude, Parkierung, Rückbau und Hausarztpraxis) liege bei 110 Millionen Franken. Ohne Einsprachen sei die Fertigstellung des neuen Spitals auf 2023 geplant.

Zum Luks gehört neben den Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen auch die Höhenklinik Montana. Es hat total 7000 Mitarbeitende und 850 Akutbetten sowie über 600'000 ambulante Patientenkontakte.

(sda)


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