Luzerner Kriminalgericht verurteilt Mann wegen häuslicher Gewalt


News Redaktion
Regional / 23.04.23 23:59

Das Kriminalgericht Luzern hat einen 34-Jährigen wegen eines schweren Falls häuslicher Gewalt und diverser Eigentumsdelikte zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Der aus Somalia stammende Beschuldigte soll zudem sieben Jahre des Landes verwiesen werden.

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen der häuslichen Gewalt Beschuldigten verurteilt. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Das Luzerner Kriminalgericht hat einen der häuslichen Gewalt Beschuldigten verurteilt. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Das am Sonntag publizierte Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hatte in den Hauptanklagepunkten Freisprüche und einen Verzicht auf eine Landesverweisung gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte für eine Strafe von zwei Jahren und zehn Monaten plädiert.

Das Opfer ist untergetaucht, eine Konfrontationseinvernahme war deswegen nicht möglich. Das Gericht erachtete es aber als erwiesen, dass der Beschuldigte im Oktober 2017 seine von ihm getrennte Frau in deren Wohnung misshandelt und durch Würgen in Lebensgefahr gebracht habe. Die Aussagen der Frau in den Einvernahmen liessen sich mit den objektiven Befunden in Einklang bringen, erklärte es.

Der Beschuldigte äusserte sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen. In den Einvernahmen hatte er die Gewalttat bestritten. Wieso seine Frau verletzt und die Wohnung verwüstet war, konnte er nicht erklären.

Weitere von der Staatsanwaltschaft angeführte Fälle häuslicher Gewalt liess das Gericht fallen, weil hier die Beweislage aus formellen Gründen zu dünn war. So fehlten hier nicht nur die Konfrontationseinvernahmen, sondern auch verwendbare Arztberichte.

Das Gericht sprach den Mann in der Folge wegen der Gefährdung des Lebens, der sexuellen Nötigung, der Körperverletzung und der Drohung schuldig. Dazu kamen Schuldsprüche wegen Diebstählen, die der alkohol- und drogenabhängige Beschuldigte vielfach begangen hatte.

Weil die Delikte mit der Sucht des Beschuldigten in Verbindung stehen, ordnete das Gericht eine stationäre Massnahme an. Zudem verhängte es einen Landesverweis, obwohl diese wegen der schwierigen Lage in Somalia derzeit nicht vollzogen werden kann. Das Gericht sah keinen Härtefall, der Beschuldigte sei, obwohl er seit 2005 in der Schweiz lebe, dort nicht verwurzelt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ex-Fussballer Eric Cantona tourt bald als Sänger durch die Schweiz
Schweiz

Ex-Fussballer Eric Cantona tourt bald als Sänger durch die Schweiz

Der französische Ex-Fussballprofi Eric Cantona ist jetzt auch Solosänger. Der 57-Jährige hat am Freitag einen Song veröffentlicht. Zudem kündigte er eine Tournee ab Herbst 2023 an, die ihn auch in die Schweiz führt.

Welternährungsprogramm verringert Lebensmittelhilfe an Rohingya
International

Welternährungsprogramm verringert Lebensmittelhilfe an Rohingya

Angesichts fehlender finanzieller Mittel verringert das UN-Welternährungsprogramm (WFP) erneut die Lebensmittelhilfe für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch. Ab Donnerstag sollen in grossen Flüchtlingslagern lebende Rohingya pro Kopf und Monat nur noch Gutscheine im Wert von 8 US-Dollar statt wie bislang 10 erhalten, teilte das WFP am Mittwoch mit. Anfang des Jahres hatten sie noch Gutscheine im Wert von 12 Dollar erhalten. Die Flüchtlinge sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen - auch weil sie offiziell in Bangladesch nicht arbeiten dürfen.

Ryan Gosling: Ken-Rolle wegen Ken-Puppe der Töchter im Schlamm
International

Ryan Gosling: Ken-Rolle wegen Ken-Puppe der Töchter im Schlamm

Hollywoodstar Ryan Gosling hat die Rolle des Ken im "Barbie"-Film nach eigenen Worten auch wegen seiner sieben und acht Jahre alten Töchter, der Barbie-Puppen-Fans im eigenen Haus, angenommen.

Kadetten brauchen noch einen Sieg für die Titelverteidigung
Sport

Kadetten brauchen noch einen Sieg für die Titelverteidigung

Die Kadetten Schaffhausen brauchen noch einen Sieg für die erfolgreiche Verteidigung des Meistertitels. Die Kadetten gewinnen gegen Kriens-Luzern mit 33:25 auch das zweite Spiel der Final-Serie.