Luzerner "Määs" braucht wegen Inseli-Umgestaltung neuen Standort


News Redaktion
Regional / 18.01.22 08:54

Die "Lozärner Määs", die traditionelle Herbstmesse, kann in Zukunft nicht mehr auf ihrem angestammten Platz beim Inseli in Luzern stattfinden. Eine Umgestaltung des Areals mit mehr Grünraum, wie es das Stimmvolk 2017 beschlossen hat, verunmöglicht dort die Installation des Lunaparks. Der Stadtrat will nun einen neuen Standort suchen.

Die Lozärner Määs soll ab 2027 an einen neuen Standort verlegt werden. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Die Lozärner Määs soll ab 2027 an einen neuen Standort verlegt werden. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Im September 2017 hatten die Luzernerinnen und Luzerner die Initiative Lebendiges Inseli statt Blechlawine knapp gutgeheissen und damit die Stadt beauftragt, hinter dem Bahnhof die Carparkplätze zugunsten von mehr Grünfläche aufzuheben. Ein grünes Inseli sei allerdings nicht möglich ohne Einschränkungen für die Määs und die Haltekanten für Cars, teilte der Stadtrat am Dienstag mit.

Dass die Määs, die aus einem Warenmarkt und einem Lunapark besteht, bei einer Vergrösserung des Inseliparks dort nicht mehr möglich sein soll, bezeichnete die FDP in einer Reaktion als Wortbruch. Der Stadtrat habe vor der Abstimmung erklärt, dass die Initiative keine Auswirkungen auf den Standort der Määs habe.

Sie bedauere sehr, dass das bei der Abstimmung abgegebene Versprechen nicht eingehalten werden könne, sagte Baudirektorin Manuela Jost (GLP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Damals sei man davon ausgegangen, dass eine Kombination von Grünfläche und befestigter Fläche für den Lunapark der Määs möglich sei.

Jost bezeichnete den Entscheid des Stadtrats gegen die Määs und für den Grünraum als Resultat einer intensiven Diskussion und Abwägung der Resultate, die eine Machbarkeitsstudie geliefert habe. Bei den anderen Möglichkeiten, welche die Studie aufzeigte, wäre für die Initianten das Initiativziel nicht erfüllt oder es wäre für die Määs ebenfalls eine unbefriedigende Lösung geschaffen worden.

Eine neue Voraussetzung schafft gemäss Stadtrat aber auch der unterirdische Durchgangsbahnhof, dessen Planung erst mit dem Entscheid des eidgenössischen Parlaments zur Projektierungsfreigabe Mitte 2019 richtig aufgenommen wurde.

Demnach muss die Määs mit Beginn der Bauarbeiten voraussichtlich 2030 für den Durchgangsbahnhof ohnehin aus dem Inseli weichen. In der Nähe des Bahnhofs seien während den Bauarbeiten nur Nutzungen möglich, die zwingend auf den Bahnhof angewiesen seien, erklärte Jost.

Ist der Durchgangsbahnhof um 2040 gebaut, wird sich die Situation erneut ändern. Der Stadtrat geht davon aus, dass das zusätzliche Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich mehr Menschen in das Bahnhofsgebiet bringen wird und der Nutzungsdruck steigen wird.

Der Stadtrat teilte mit, er wolle aufgrund dieser Perspektiven bereits auf den Baubeginn des Durchgangsbahnhofs beim Inseli grünen Freiraum schaffen. Dazu beantragt er einen Projektierungskredit, die Arbeiten sollen 2027 beginnen.

Gleichzeitig lanciert der Stadtrat ein separates Projekt, um ab diesem Zeitpunkt einen neuen Standort für die Määs anbieten zu können. Auch die Frage der Anhaltekanten für Cars gelte es unabhängig vom Inseli-Projektwettbewerb zu lösen.

Wo die Määs dereinst stattfinden könnte, ist nach Angaben von Baudirektorin Jost noch nicht geklärt. Es sei noch vieles offen, sagte sie. Vielleicht gebe es durch die Veränderungen im Bahnhofsgebiet auch wieder eine bahnhofsnahe Fläche für die Määs. Der Stadtrat wolle diesen Traditionsanlass auf jeden Fall langfristig in der Stadt behalten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Glencore zu Milliardenstrafe wegen Korruptionsfällen verdonnert
Wirtschaft

Glencore zu Milliardenstrafe wegen Korruptionsfällen verdonnert

Neben der Anklage in Grossbritannien wegen Korruption hat Glencore die Untersuchungen in den USA und Brasilien wegen Bestechung und Marktmanipulation beigelegt. Der in der Schweiz ansässige Rohstoffkonzern wurde zu einer Strafe von 2,4 Milliarden Dollar verdonnert.

St. Galler Bibliotheksstrategie in der Vernehmlassung
Schweiz

St. Galler Bibliotheksstrategie in der Vernehmlassung

Die Bibliotheken im Kanton St. Gallen sollen als Lern-, Arbeits- und Begegnungsorte gestärkt werden. Dies gehört zur neuen Bibliotheksstrategie, die nun in die Vernehmlassung gegeben wurde. Zentrales Projekt ist in den nächsten Jahren die geplante Stadt- und Kantonsbibliothek.

WM für Tristan Scherwey zu Ende
Sport

WM für Tristan Scherwey zu Ende

Die Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland ist für den Schweizer Aggressiv-Leader Tristan Scherwey vorzeitig zu Ende.

Vorstoss in die Gastronomie beschert Stoosbahnen hohe Kosten
Regional

Vorstoss in die Gastronomie beschert Stoosbahnen hohe Kosten

Die Stoosbahnen Gruppe hat im vergangenen Jahr ein neues Geschäftsfeld aufgebaut und ist unter die Gastronomen gegangen. Das bescherte dem Unternehmen hohe Anschubkosten. Unter dem Strich resultierte dennoch ein Jahresgewinn von 347'000 Franken.