Luzerner Parlament für Auslagerung von Putzdiensten


Roman Spirig
Regional / 11.09.18 11:52

Der Luzerner Kantonsrat hat kein Problem damit, wenn der Kanton den Putzdienst für die Gebäude auslagert, um Kosten zu sparen. Er hat am Dienstag ein Postulat von Urban Sager (SP), der ein Stopp der Auslagerung forderte, mit 78 zu 24 Stimmen abgelehnt.

Luzerner Parlament für Auslagerung von Putzdiensten  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Luzerner Parlament für Auslagerung von Putzdiensten (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Sager sagte, die Auslagerungen von Arbeiten wie Reinigung führten dahin, dass nur noch Hochqualifizierte vom Kanton angestellt würden. Gegen die Auslagerungen ins Feld führte er an, dass heute der Kanton im Reinigungsdienst auch Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen anbiete. Zudem gehe die Identifikation langjähriger Mitarbeiter mit dem Betrieb verloren.

Sager erntete mit seinem Vorstoss aber kaum Unterstützung, sondern vor allem Unverständnis. Urs Brücker (GLP) sagte, Hausreinigung sei keine Kernaufgabe des Kantons. Eine Auslagerung habe auch deswegen Vorteile, weil diese Firmen spezialisiert seien.

Für die Auslagerungen ins Feld geführt wurden vor allem die Kosten. Thomas Schärli (SVP) sagte, die öffentliche Hand zahle keine branchenübliche Löhne und sei damit zu teuer. Franz Räber (FDP) erklärte, dass Optimierung und Effizienz Daueraufgaben der Regierung seien. Sagers Postulat bringe hier ein Denkverbot.

Thomas Grüter (CVP) sagte, dass schon heute viele Gebäude des Kantons durch Externe gereinigt würden. Die aktuelle Prüfung von Auslagerungen sei also nicht neu.

Hannes Koch (Grüne) gab dagegen zu bedenken, dass Kostensenkungen von den Mitarbeitern getragen würden. Giorgio Pardini (SP) fragte sich, wieso der Kanton wertschöpfungsarme Arbeiten nicht bei sich behalten könne.

Für Bildungsdirektor Reto Wyss kommt Sagers Forderung nach einem Stopp der Auslagerung zur Unzeit. Er sicherte sorgfältige Prüfung allfälliger Auslagerungen an. Nicht alles, was ausgeschrieben werde, werde auch extern vergeben, sagte er. Es komme immer auf das Resultat an.

Heute werden bereits 80 kantonale Gebäude von Externen gereinigt. Der Regierungsrat entschied im Rahmen eines Sparpaketes, eine Auslagerung der Gebäudereinigung bei allen kantonalen Gebäuden in die Wege zu leiten. Es geht dabei um über 20 Gebäude, vor allem Berufsfach- und Kantonsschulen, aber auch Verwaltungsgebäude.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neuverhandlung des Maassen-Deals - Brief von SPD-Chefin Nahles
International

Neuverhandlung des Maassen-Deals - Brief von SPD-Chefin Nahles

Der Fall des umstrittenen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maassen wird nach einem Vorstoss von SPD-Chefin Andrea Nahles in der Koalition neu aufgerollt. Dabei drückt Kanzlerin Angela Merkel aufs Tempo.

Drei Jugendliche brennen Feuerwerk in Werkhof in Arth SZ ab
Regional

Drei Jugendliche brennen Feuerwerk in Werkhof in Arth SZ ab

Drei Jugendliche haben Anfang Juli im alten Werkhof im Zwygarten in Arth SZ ihr Unwesen getrieben. Sie brannten Feuerwerk ab und beschädigten verschiedene Gegenstände.

Erster Cyber-Lehrgang für Rekruten angelaufen
Schweiz

Erster Cyber-Lehrgang für Rekruten angelaufen

Die Schweizer Armee bildet erstmals Rekruten zu Cyber-Spezialisten aus. Der neue Lehrgang kann mit einem eidgenössisch anerkannten Fachausweis abgeschlossen werden. Damit haben die jungen Männer auch im Zivilleben etwas in der Hand.

Bundesrat erhöht 2019 die AHV-Renten
Regional

Bundesrat erhöht 2019 die AHV-Renten

Weil Preise und Löhne steigen, erhöht der Bundesrat die AHV- und IV-Renten. 2019 steigt die Minimalrente um 10 Franken, die Maximalrente um 20 Franken. Die Kosten belaufen sich auf 430 Millionen Franken pro Jahr.