Luzerner Parlament unterstützt Kasernenneubau für Schweizergarde


News Redaktion
Regional / 24.01.22 14:48

Im Vatikan soll die neue Kaserne für die Schweizergarde auch mit Geld des Kantons Luzern finanziert werden. Der Kantonsrat hat am Montag 400'000 Franken für das 50-Millionen-Franken-Projekt freigegeben.

Ein Schweizer Gardist bewacht den Eingang zum apostolischen Palast. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/EPA ANSA/RICCARDO ANTIMIANI)
Ein Schweizer Gardist bewacht den Eingang zum apostolischen Palast. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/EPA ANSA/RICCARDO ANTIMIANI)

Der Kantonsrat lehnte einen Rückweisungsantrag der Grünen mit 91 zu 20 Stimmen ab. Dann sprach er sich mit 64 zu 47 Stimmen für die Luzerner Spende aus. Das Dekret untersteht dem fakultativen Referendum.

Begründet wird der Neubau damit, dass die von der päpstlichen Schweizergarde genutzte Kaserne in keinem guten Zustand und zu klein für die heutigen Bedürfnisse der Garde sei. So soll der Bestand von 110 auf 135 Gardisten erhöht werden und vermehrt auch Väter Dienst leisten und mit ihren Familien in der Kaserne wohnen dürfen. Auch könnten möglicherweise künftig Frauen Dienst leisten, sagte Daniel Rüttimann (Mitte).

Rüttimann zeigte sich als begeisterter Fürsprecher des vom Tessiner Architekturbüro Durisch und Noll entworfen Projekts. Die Schweizer Garde trage zum Ansehen der Schweiz bei und stehe für Schweizer Tugenden wie Sicherheit, Loyalität und Verlässlichkeit. Eine finanzielle Unterstützung des Neubaus wertete er ferner als Signal für den Wert der Neutralität.

Markus Schumacher (SVP) sagte, es gehe nicht um die Kirche als Institution, sondern um Tradition. Es gehe um die Schweizer Garde, in der Luzern immer eine besondere Rolle eingenommen habe. Auch jetzt sei mit Christoph Graf der Gardekommandant ein Luzerner.

Gebaut wird die Kaserne nicht direkt vom Vatikan, sondern von einer Schweizer Stiftung, die eigens dazu geschaffen wurde. Das Luzerner Geld gehe ausschliesslich an diese Stiftung, sagte Luzia Syfrig (FDP), und nicht an die Kirche.

Die Gegner der finanziellen Unterstützung mochte dies nicht zu überzeugen. Die SP lehne eine kantonale Spende aus prinzipiellen Gründen ab, sagte Marianne Wimmer-Lötscher (SP). Die Spende stehe im Widerspruch zur Sparpolitik des Kantons. Zudem sei der Vatikan in der Lage, das Projekt selbst zu finanzieren.

Ein vergleichbares Argument brachte Simon Howald (GLP) gegen die Luzerner Spende vor. Er fragte, wieso nicht der Nutzniesser der Garde, der Vatikan, die Kaserne bezahle.

Fabrizio Misticoni (Grüne) beantragte Rückweisung der von ihm als unpräzis kritisierten Vorlage. Ein solcher kritischer Punkt sei, dass die Kaserne durch Steuergelder des Kantons mitfinanziert werden solle, sie aber im Besitz des Vatikans bleibe.

Die von den Befürwortern angeführte scharfe Trennung zwischen Garde und Kirche sah Misticoni ebenfalls nicht. Auch zweifelte er am touristischen Nutzen der Garde für Luzern. Ferner kritisierte er, dass der Vatikan die Kaserne habe verlottern lassen.

Luzern ist nicht der einzige Spender. Der Bund hat einen einmaligen Betrag von 5 Millionen Franken zugesichert. Auch andere Kantone würden wie Luzern den Schlüssel anwenden, pro Einwohnerin und Einwohner einen Franken beizutragen, erklärte Angela Lüthold (SVP) Sprecherin der vorberatenden Kommission.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Titelverteidiger Ruud im Final gegen Sousa
Sport

Titelverteidiger Ruud im Final gegen Sousa

Der Titelverteidiger Casper Ruud erreicht bei den Geneva Open als erster Spieler den Final.

Favre soll wieder Trainer von Gladbach werden
Sport

Favre soll wieder Trainer von Gladbach werden

Trainer Lucien Favre wird nach Informationen der "Bild"-Zeitung zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zurückkehren. Demnach soll der Schweizer Coach am Sonntag als Nachfolger von Adi Hütter vorgestellt werden.

Pro Patria präsentiert das hundertste 1.-August-Abzeichen
Schweiz

Pro Patria präsentiert das hundertste 1.-August-Abzeichen

Das 1.-August-Abzeichen feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag. Das Jubiläumsabzeichen ist halbtransparent in Rot und bringt das langjährige Engagement von Pro Patria für die Heimat Schweiz zum Ausdruck – 100 Mal Schweiz, 100 Mal Vielfalt, 100 Mal Solidarität.

Gasch und Ajla Del Ponte starten in Birmingham
Sport

Gasch und Ajla Del Ponte starten in Birmingham

Der Hochspringer Loïc Gasch und die Sprinterin Ajla Del Ponte lancieren die Diamond-League-Saison aus Schweizer Sicht. Der Hallen-WM-Zweite und die Hallen-Europameisterin starten heute in Birmingham.