Luzerner Polizei bleibt Schweizer Club


Roman Spirig
Regional / 25.01.21 18:03

Wer im Kanton Luzern als Polizist oder Polizistin arbeiten will, muss weiterhin einen Schweizer Pass haben. Der Kantonsrat ist dagegen, das Korps der Luzerner Polizei für Ausländerinnen und Ausländer mit Niederlassungsbewilligung zu öffnen.

Luzerner Polizei bleibt Schweizer Club (Foto: KEYSTONE /  / NIQUE NAGER FOTOS NIQUE@KLICKT.C)
Luzerner Polizei bleibt Schweizer Club (Foto: KEYSTONE / / NIQUE NAGER FOTOS NIQUE@KLICKT.C)

Das Parlament lehnte am Montag ein Postulat von Noëlle Bucher (Grüne) mit 71 zu 39 Stimmen ab. Die Kantonsrätin machte sich somit vergeblich dafür stark, dass sich Personen mit einer C-Bewilligung neu zur Polizistin oder zum Polizisten ausbilden lassen und ins Korps aufgenommen werden dürfen.

Bucher machte geltend, dass Kantone mit der Öffnung ihres Korps für Ausländerinnen und Ausländer gute Erfahrungen gemacht hätten. Dank den ausländischen Korpsangehörigen bilde die Polizei die Gesellschaft besser ab, damit entstehe mehr Bürgernähe.

Mario Cozzio (GLP) sagte, auch Ausländerinnen und Ausländer könnten gut integriert sein und für die Polizeiarbeit in Frage kommen. Wichtiger als die Nationalität sei der tadellose Leumund. Ein Ausländer könne in gewissen Situationen zudem besser zurecht kommen als ein Bünzlischweizer.

Die Befürworter einer Öffnung des Korps für Menschen ohne Schweizer Pass machten auch geltend, dass die Besten rekrutiert werden sollen, und nicht in erster Linie Schweizerinnen und Schweizer. Josef Schuler (SP) sagte, nicht das Bürgerrecht, sondern die Ausbildung mache jemanden zu einem guten Polizisten oder zu einer guten Polizistin.

Die CVP, FDP und SVP lehnten das Postulat aber ab. Inge Lichtsteiner (CVP) ging davon aus, dass die Glaubwürdigkeit der Polizei leiden könnte, wenn dieser Ausländerinnen und Ausländer angehören würden. Philipp Bucher (FDP) sagte, wer unbedingt Polizist werden wolle, könne sich einbürgern lassen. Pirmin Müller (SVP) sagte, es gehe hier immerhin um das Gewaltmonopol des Staates.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kinder mit Autismus ziehen ins ehemalige Schulhaus in Malters ein
Regional

Kinder mit Autismus ziehen ins ehemalige Schulhaus in Malters ein

Die ehemalige Aussenschule Brunau in Malters wird zur Bildungsstätte für Kinder und Jugendliche mit Autismus. Die Gemeinde hat mit der Stiftung Schul- und Wohnzentrum Malters (SWZ) einen Mietvertrag unterzeichnet und die Baubewilligung für die Nachnutzung erteilt.

Kantonaler Gestaltungsplan für ZHAW-Campus festgesetzt
Schweiz

Kantonaler Gestaltungsplan für ZHAW-Campus festgesetzt

Die Realisierung des neuen ZHAW-Campus T in Winterthur ist einen Schritt weiter. Die Baudirektion hat den Gestaltungsplan nach der öffentlichen Auflage überarbeitet und nun festgesetzt. In vier Bauetappen sollen über rund 15 Jahre neue Gebäude und ein grösserer Freiraum entstehen.

Auch Kanton Schwyz bittet Personen ab 65 Jahren zur Corona-Impfung
Regional

Auch Kanton Schwyz bittet Personen ab 65 Jahren zur Corona-Impfung

Der Kanton Schwyz lässt Personen ab 65 Jahren zur Corona-Impfung zu. Diese Personengruppe kann sich ab Freitag auf der kantonalen Webseite registrieren. Abgeschlossen sind die Impfungen in den Schwyzer Pflegeheimen.

Im April nehmen die Zürcher Impfzentren den Betrieb auf - in Teilzeit
Regional

Im April nehmen die Zürcher Impfzentren den Betrieb auf - in Teilzeit

Die Covid-19 Erstimpfungen in den rund 400 Alters- und Pflegeheimen im Kanton Zürich sind abgeschlossen. Die Impfquote bei den Bewohnenden betrug 71 Prozent, bei den Mitarbeitenden 44 Prozent. Diese Woche haben die Zweitimpfungen begonnen, bis Ende März sollen sie abgeschlossen sein.