Luzerner Stadtparlament stützt Car-Haltekante beim Bahnhof


News Redaktion
Regional / 22.12.22 15:16

Das Luzerner Stadtparlament stützt die von der Stadtregierung geplanten Car-Haltekanten rund um den Bahnhof Luzern. Ein von den bürgerlichen Fraktionen mit einer dringlichen Motion geforderter Planungsbericht lehnte es am Donnerstag ab.

Im Bahnhof-Umfeld in der Stadt Luzern sollen künftig an drei Standorten Car-Anhalteplätze zur Verfügung stehen. (FOTO: Stadt Luzern)
Im Bahnhof-Umfeld in der Stadt Luzern sollen künftig an drei Standorten Car-Anhalteplätze zur Verfügung stehen. (FOTO: Stadt Luzern)

FDP, Mitte und SVP waren aufgeschreckt, nachdem der Stadtrat Anfang November mitteilte, er wolle die Kurzzeit-Parkplätze vor dem Bahnhof zugunsten zweier Car-Halteplätze verschieben. Bevor die Stadt Tatsachen schaffe, wollten die Motionäre einen Bericht zu sämtlichen Haltekanten.

Am Donnerstag diskutierte das Stadtparlament über die Motion. Der Stadtrat legte in seiner Antwort dar, dass es neben den bereits bekannten Haltekantenstandorte beim Bahnhof und bei der Schiffstation zwei weitere entlang des Inseliquais geben solle.

Nötig werden die Haltekanten, weil der Car-Parkplatz auf dem Inseli wegfällt. Dies haben die Stimmberechtigten bereits 2017 beschlossen. Im Sommer 2023 soll das Areal für eine Zwischennutzung freigegeben werden.

Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) sagte im Parlament, der Stadtrat komme mit den sechs Haltekanten den Bedürfnissen der Schifffahrtsgesellschaft und des KKL Luzern entgegen. Es sei in dem dicht genutzten Raum rund um den Bahnhof schwierig, Platz für eine zusätzliche Infrastruktur zu finden. Der Stadtrat habe die Chancen genutzt, die sich böten.

Die bürgerlichen Fraktionen argwöhnten aber, dass der Stadtrat einfach nach der erstbesten Lösung gegriffen habe, um das Inseli "freizuschaufeln". Sie wiesen darauf hin, dass die "Määs"-Volksinitiative, bei der es um das Inseli geht, noch hängig sei.

Marco Baumann (FDP) sagte, Carhalteplätze seien keine einfache Verkehrsanordnung, welche der Stadtrat in Eigenregie beschliessen könne, sondern Teil des viel diskutierten Carregimes. Es gehe hier auch nicht nur um Cartouristen, sondern auch um Reisegruppen und Schulklassen.

Thomas Gfeller (SVP) unterstellte der Stadtregierung, dass sie Luzern für den Cartourismus unattraktiv machen wolle. Sie solle deswegen aufzeigen, wo die "Busreise" hingehe. Auch Peter Gmür (Mitte) forderte einen Planungsbericht "mit Händen und Füssen".

Raphaela Meyenberg (SP) war dagegen des Lobes voll für den Stadtrat. Dessen Lösung sei "durchdacht". Der "ausgereifte Plan" müsse schnell umgesetzt werden, damit das Inseli endlich carfrei werde.

Auch Martin Abele (Grüne) stellte sich hinter die Stadtregierung. Er sagte, der Stadtrat handle und stelle Lösungen bereit. Mit einem Planungsbericht werde nicht mehr erreicht.

Gegen die Motion war auch Stefan Sägesser (GLP). Die vom Stadtrat präsentierte Lösung sei sicher nicht die beste, aber eine pragmatische. Trotz der engen Verhältnisse gebe es beim Bahnhof nun Carhaltekanten.

(sda)


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