Luzerner Stadtrat will Alterswohnungen auslagern


News Redaktion
Regional / 08.07.21 11:00

Der Luzerner Stadtrat reagiert auf die Alterung der Gesellschaft und will für Seniorinnen und Senioren eine integrierte Versorgung anbieten. Dazu sollen sich die Spitex, die Heimbetreiberin Viva Luzern sowie die Quartierarbeit Vicino Luzern zusammenschliessen und die städtischen Alterswohnungen übernehmen.

Die Alterswohnungen in der Stadt Luzern sollen an eine neue Organisation übergeben werden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Die Alterswohnungen in der Stadt Luzern sollen an eine neue Organisation übergeben werden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Die Stadt Luzern verfügt über 220 Alterswohnungen. Diese seien teilweise zu klein und sanierungsbedürftig, schreibt der Stadtrat in einem Bericht ans Parlament, den er am Donnerstag vorstellte. Handlungsbedarf bestehe auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung.

Laut Prognose dürften bis in 25 Jahren die Zahl der über 65-Jährigen in der Stadt um 5700 Personen steigen und mit ihr die Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen. Anliegen der Stadt sei es, dass der nötige Wohnraum an geeigneten Standorten entstehe, etwa mit ÖV-Anbindung und Einkaufsmöglichkeiten, und gleichzeitig bezahlbar sei, erklärte die Stadtregierung.

Um dies zu erreichen, setzt der Stadtrat auf ein neues Modell, jenes der integrierten Versorgung. Dazu will er einer Organisation, die im Eigentum der Stadt ist, die Alterswohnungen übergeben.

Die noch zu gründende Organisation soll aus der Spitex, Viva Luzern und Vicino Luzern entstehen, die zusammengeführt werden sollen. Sie könnten künftig unter einem Dach die stationäre, ambulante und vorgelagerte Altersversorgung anbieten. Zudem hofft der Stadtrat, dass sie als Treiberin für den Ausbau des Angebots von altersgerechten Wohnungen wirkt.

Die drei Organisationen seien bereit für eine Zusammenarbeit, heisst es im Bericht. Der Stadtrat weist aber darauf hin, dass es sich um ein anspruchsvolles und komplexes Change-Projekt handle. Dafür würden der städtische Investitionsplan und die Verwaltung entlastet. Die städtischen Alterswohnungen könnten schneller saniert werden.

Die Ausarbeitung des Projekts Alterswohnen integriert dauert rund 17 Monate und kostet 440000 Franken. Der Stadtrat beantragt dem Parlament daher einen Nachtragskredit von 35000 Franken zulasten des Budgets 2021. Die Ergebnisse sollen Mitte 2023 vorliegen.

(sda)


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