Die Zeichen stehen gut für Cologna


SDA
/ 29.12.19 14:26

Dario Cologna verzichtete praktisch kampflos auf seine Chance zur Viertelfinal-Teilnahme im Sprint vom Sonntag in Lenzerheide. Die kommenden entscheidenden Tage an der Tour de Ski waren dem Bündner wichtiger. Einiges spricht für eine gute Rolle des vierfachen Siegers.

Dario Cologna war wohl noch selten nach einem 46. Platz so gut gelaunt. Grund dafür war nicht der strahlende Sonnenschein in Lenzerheide, sondern dass sich der vierfache Sieger der Tour de Ski im Sprint sowieso nicht mehr erhofft hatte. Und entsprechend mit angezogener Handbremse gelaufen war. Sein Fokus lag bereits vor dem Start zum Prolog auf der Fortsetzung der Tour an Silvester in Toblach.

Der 33-jährige Bündner hatte sich vorgenommen, nicht ans Limit zu gehen, um seine Lunge zu schonen, die ihn vor allem nach Sprints immer wieder mit starkem Reizhusten plagt. Zumal auch bei vollem Effort bereits das Erreichen der Viertelfinals ein Erfolg gewesen wäre - und dafür gibt es lediglich ein paar wenige Bonussekunden, die für den weiteren Verlauf der Tour kaum von Bedeutung sind.

Für einen Spitzensportler, der immer das Bestmögliche herausholen will, sei es zwar schon ein seltsames Gefühl, nicht mit 100 Prozent Kraft zu laufen, gab er zu: "Es ist wahrscheinlich das erste Mal, dass dies in einem Weltcup so ist." Wichtiger war für ihn aber die Bestätigung mit dem 6. Platz nach einem starken Rennen am Samstag über 15 km Skating mit Massenstart. "Ich habe gesehen, dass die Form sehr gut ist", betonte Cologna.

Das sieht auch sein Trainer Ivan Hudac so. "Es kann ein Vorteil sein, dass Dario im Vergleich zur Konkurrenz heute fast einen freien Tag hatte", hofft der erfahrene Slowake. "Wahrscheinlich nicht gleich im nächsten Rennen, aber vielleicht in den folgenden." In Toblach steht am Dienstag nochmals ein Rennen über 15 km Skating an, diesmal mit Einzelstart, in dem sich Cologna einiges ausrechnet.

Danach folgen aber drei Etappen im klassischen Stil. Hier stellt sich die Frage nach Colognas Wade, wegen der er vom Weltcupauftakt in Kuusamo nach Hause gereist war. Um die Form macht sich Hudac keinerlei Sorgen. "Meine persönliche Meinung ist: Dario ist klassisch noch stärker als im Skating. Wenn die Wade hält." Die Zuversicht nimmt der Trainer aus dem Testrennen eine Woche vor Kuusamo, als Cologna in Gällivare über 15 km klassisch die gesamte schwedische Elite schlug und dem zweitplatzierten Jens Burman 17 Sekunden abnahm. Im Weltcup belegte dieser dann über die gleiche Klassisch-Distanz den 15. Platz.

Eine Vorentscheidung ist in Lenzerheide erwartungsgemäss nicht gefallen. Der Titelverteidiger Johannes Hösflot Klaebo führt mit 1:16 Minuten Vorsprung auf Cologna (15.). Entgegen kam dem Schweizer, dass mit Alexander Bolschunow und dem Samstagssieger Sergej Ustjugow zwei Mitfavoriten den Sprintfinal verpassten. Sie liegen nur etwas mehr als 40 Sekunden vor Cologna.

(sda)

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