Mehr als 600 Tote: Philippinen rufen Dengue-Notstand aus


Roman Spirig
International / 06.08.19 14:20

Auf den Philippinen hat die Regierung nach mehr als 600 Toten durch das Dengue-Fieber am Dienstag den Notstand erklärt. Das Gesundheitsministerium des südostasiatischen Landes bezifferte die Zahl der Todesopfer seit Jahresbeginn nun auf 622.

Ein Mädchen in den Philippinen im Juli leidet am Dengue-Fieber  (Foto: KEYSTONE / EPA / FRANCIS R. MALASIG)
Ein Mädchen in den Philippinen im Juli leidet am Dengue-Fieber (Foto: KEYSTONE / EPA / FRANCIS R. MALASIG)

Besonders schlimm betroffen ist die Hauptstadtregion rund um Manila, wo viele Menschen in Slums leben. Den Behörden zufolge könnte der Anstieg möglicherweise daran liegen, dass aktuell ein besonders aggressiver Virentyp unterwegs sei. Einen Zusammenhang zu einem Impfskandal vor zwei Jahren stellten sie nicht her.

Insgesamt wurden auf den Philippinen seit Anfang des Jahres mehr als 146'000 Dengue-Fälle registriert - fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Mit der Erklärung von Dengue zu einer landesweiten Epidemie soll es den Behörden nun leichter gemacht werden, die Krankheit zu bekämpfen.

Das von Stechmücken übertragene Virus hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch ausgebreitet. In mehreren Ländern Asiens und Lateinamerikas sei Dengue inzwischen eine Hauptursache für schwere Erkrankungen und Todesfälle bei Kindern. Die Infektion äussert sich oft als Fieber mit grippeähnlichen Symptomen.

Auf den Philippinen hatte die Regierung vor zwei Jahren einen potenziell gefährlichen Dengue-Impfstoff aus dem Verkehr gezogen. Inzwischen wurde dem französischen Pharmakonzern Sanofi Pasteur die Lizenz für das Mittel Dengvaxia auf Dauer verweigert. 2016/17 hatte es nach der Impfung von mehr als 830'000 Kindern mehrere Todesfälle gegeben. Sanofi hatte danach selbst gewarnt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Politiker und Experten befürworten Medienförderung
Schweiz

Politiker und Experten befürworten Medienförderung

Die Medienförderung findet vor dem Hintergrund der wirtschaftlich schwierigen Situation in der Branche zunehmend Unterstützung. Die Zeit drängt, darin sind sich Schweizer Politiker, Wissenschafter, Medienexperten, Verleger und Chefredaktoren einig.

Lucerne Festival untersucht Mobbing-Vorwürfe gegen Intendanten
Regional

Lucerne Festival untersucht Mobbing-Vorwürfe gegen Intendanten

Der Stiftungsrat des Lucerne Festival geht Mobbing-Vorwürfen gegen den Intendanten Michael Haefliger nach. Die Kritik kommt vom Leiter der Nachwuchs-Sektion. Eine Anwaltskanzlei soll die Sache nun extern untersuchen.

Bolschoi Don Kosakenchor
Events

Bolschoi Don Kosakenchor

Der Männerchor der Bolschoi Don Kosaken kommt am 16. November live in die RaumJesuitenkirche in Luzern.

Hischier leitet Wende ein - Josi nicht
Sport

Hischier leitet Wende ein - Josi nicht

Nico Hischier ging bei New Jerseys 4:3-Sieg nach Verlängerung in Montreal als Matchwinner vom Eis. Roman Josi blieb mit Nashville (2:7 gegen Chicago) trotz zwei Toren dagegen nur Frust.