Mehr als 700 Migranten landen auf Lampedusa


News Redaktion
International / 28.09.21 12:01

Mehr als 700 Migranten, unter ihnen auch Kinder und Frauen, sind in der Nacht zum Dienstag in mehreren Booten auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen. 686 Menschen erreichten dabei auf einem alten Fischerboot zusammengepfercht die Insel, wo sie an Land gehen konnten. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos sowie lokale Medien. Fünf Menschen, die mit dem alten und verrosteten Kutter aus Libyen kamen, wurden wegen ihres gesundheitlichen Zustands in eine Klinik gebracht.

Ein Schnellboot der NGO Open Arms n‰hert sich einem kleinen Fischerboot, auf dem Migranten unterwegs sind. Foto: Jes ?s HellÌn/EUROPA PRESS/dpa (FOTO: Keystone/EUROPA PRESS/Jes ?s HellÌn)
Ein Schnellboot der NGO Open Arms n‰hert sich einem kleinen Fischerboot, auf dem Migranten unterwegs sind. Foto: Jes ?s HellÌn/EUROPA PRESS/dpa (FOTO: Keystone/EUROPA PRESS/Jes ?s HellÌn)

Kurz danach entdeckte die Küstenwache dann vier weitere, wesentlich kleinere Boote mit 67 Migranten. Am Vormittag kam dann ein weiteres Boot mit rund 50 Migranten an. Alle wurden in ein Erstaufnahmezentrum gebracht, das eigentlich nur für rund 250 Menschen ausgelegt ist. Mit den Neuankömmlingen hielten sich dort mehr als 1000 Migranten auf. Das Innenministerium in Rom kündigte an, zur Entlastung ein Quarantäne-Schiff zur Insel zu schicken.

In Lampedusa kommen regelmässig kleinere Boote mit Migranten an. Ein Schiff mit so vielen Menschen hat es lange nicht mehr auf die Insel geschafft. Nach Auskunft der Behörden war das Boot in dem etwa 290 Kilometer entfernten libyschen Küstenort Zuwara losgefahren. Wenige Kilometer vor Lampedusa wurde es von der Zollpolizei abgefangen und zum Hafen eskortiert. Die Migranten kommen den Berichten zufolge aus Marokko, Syrien, Bangladesch und Ägypten.

Migranten und Flüchtlinge, die aus Tunesien oder Libyen kommen, steuern oft Lampedusa an, um in die EU zu gelangen. Von Januar bis Anfang September 2021 starben nach UN-Angaben rund 1100 Migranten im zentralen Mittelmeer, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zwei Jahre nach dem Wahlsieg bleibt für Grüne Fraktion viel zu tun
Schweiz

Zwei Jahre nach dem Wahlsieg bleibt für Grüne Fraktion viel zu tun

Zwei Jahre nach der historischen "grünen Welle" bei den Parlamentswahlen zieht die Grüne Fraktion eine gemischte Bilanz des Erreichten: Das Nein zum CO2-Gesetz trübt andere Zwischenerfolge in der Energie-, Gleichstellungs- und Demokratiepolitik.

Australische Polizei entdeckt 450 Kilogramm Heroin
International

Australische Polizei entdeckt 450 Kilogramm Heroin

Die australische Polizei hat 450 Kilogramm Heroin aus dem Verkehr gezogen. Das Rauschgift mit einem Wert von umgerechnet rund 90 Millionen Euro sei in einem Container mit Fliesen versteckt gewesen, der von Malaysia nach Melbourne aufgegeben worden war, teilten die Behörden mit.

Zweifel an Zurechnungsfähigkeit des Tatverdächtigen in Norwegen
International

Zweifel an Zurechnungsfähigkeit des Tatverdächtigen in Norwegen

Nach der Gewalttat mit fünf Toten im norwegischen Kongsberg soll der Tatverdächtige am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Ausserdem sollen Rechtspsychiater sich ein Bild machen, ob der 37-Jährige zurechnungsfähig ist.

Grossen:
Schweiz

Grossen: "GLP-Sitz im Bundesrat muss in absehbarer Zeit Ziel sein"

Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen Schweiz, sieht seine Partei zur Mitte der Legislatur auf einer Erfolgswelle. "Ein Sitz im Bundesrat muss in absehbarer Zeit unser Ziel sein", sagte er an der Online-Delegiertenversammlung der GLP Schweiz.