Mehr Lohn und mehr Flexibilität für Stadtzürcher Pflegepersonal


News Redaktion
Schweiz / 24.05.22 09:35

Die Stadt Zürich lanciert das Programm "Stärkung Pflege": Sie erhöht die Lohnsumme um knapp 28 Millionen Franken im Jahr und will den Mitarbeitenden in der Pflege und der Betreuung mehr Flexibilität bieten, wie das Gesundheits- und Umweltdepartement am Dienstag mitteilte.

Das Pflegepersonal hat landesweit mehrmals protestiert: Die Stadt Zürich erhöht nun die Lohnsumme und will den Mitarbeitenden mehr Flexibilität bieten. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Das Pflegepersonal hat landesweit mehrmals protestiert: Die Stadt Zürich erhöht nun die Lohnsumme und will den Mitarbeitenden mehr Flexibilität bieten. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Das Programm "Stärkung Pflege" konzentriere sich auf Massnahmen, die die Flexibilität und die Autonomie der Mitarbeitenden in den Pflege- und Betreuungsberufen im Stadtspital Zürich und in den Gesundheitszentren für das Alter erhöhen, schreibt die Stadt.

So sollen unter anderem die Einsatzpläne und die Dienstplanung optimiert werden und eine Gleitzeit von 30 Minuten eingeführt werden. Die Teams sollen sich auch vermehrt selbst organisieren.

Ein weiteres Massnahmenbündel soll es den Mitarbeitenden zudem ermöglichen, dass sie sich auf ihre Kernaufgaben fokussieren können und von anderen Aufgaben entlastet werden. Vorgesehen sind Pflegepools, dank denen sich kurzfristige Ausfälle in einem Team kompensieren lassen.

In den vergangenen Wochen wurden zudem die Funktionszuordnungen der rund 4000 Pflege- und Betreuungsfachleute überprüft. 70 Prozent von ihnen wurden dabei im städtischen Lohnsystem höher eingestuft. Dies wirkt sich ab 1. August auf deren Löhne aus - insgesamt erhöhen sich die Lohnkosten jährlich um insgesamt 27,6 Millionen Franken.

"Die Anforderungen an die Pflege und Betreuung haben sich verändert", begründet die Stadt diese Höherstufungen. Sie zählt erhöhte Ansprüche an die Ausbildung, vertieftes Know-how, höherer Grad an Autonomie und Arbeit in interprofessionellen Teams auf.

Die Stadt Zürich biete zwar bereits heute attraktive Anstellungsbedingungen, heisst es in der Mitteilung. Doch seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflege- und Betreuungsberufen grossen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Dies habe sich während der Corona-Pandemie noch verstärkt. Zudem spitze sich der Fachkräftemangel zu.

Mit der Lancierung des Programms "Stärkung Pflege" will die Stadt erreichen, "dass der Pflege- und Betreuungsberuf attraktiv bleibt", wie Stadtrat Andreas Hauri (GLP) in der Mitteilung zitiert wird. Mit dem Programm würden auch wichtige Anliegen der nationalen Pflegeinitiative sowie zweier im Zürcher Gemeinderat eingereichten Motionen umgesetzt.

(sda)


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