Menschenrechtler: Lage für Migranten in Belarus wird angespannter


News Redaktion
International / 23.10.21 16:05

Für Migranten auf dem Weg Richtung EU wird die Lage in Belarus nach Einschätzung von Menschenrechtlern immer angespannter.

ARCHIV - Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Nach Einschätzung von Menschenrechtlern verschärft sich die Lage für Migranten auf dem Weg Richtung EU immer mehr. Das teilte die belarussische Menschenrechtsorganisation Human Constanta mit. Foto: Attila Husejnow/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa (FOTO: Keystone/SOPA Images via ZUMA Press Wire/Attila Husejnow)
ARCHIV - Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Nach Einschätzung von Menschenrechtlern verschärft sich die Lage für Migranten auf dem Weg Richtung EU immer mehr. Das teilte die belarussische Menschenrechtsorganisation Human Constanta mit. Foto: Attila Husejnow/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa (FOTO: Keystone/SOPA Images via ZUMA Press Wire/Attila Husejnow)

Mittlerweile hätten diejenigen, die es nicht über die Grenze nach Polen oder ins Baltikum geschafft haben, sich auf mehrere Städte des Landes verteilt, teilte die belarussische Menschenrechtsorganisation Human Constanta der Deutschen Presse-Agentur mit. Wir haben keine umfassende Liste, aber im Moment fahren sie definitiv nach Grodno, Brest und Minsk.

Seit Monaten versuchen Migranten zumeist aus dem arabischen Raum, über Belarus in die EU zu gelangen. Die EU-Aussengrenze wird immer stärker geschützt. Migranten können sie nur schwer überwinden.

Die Regierungen Deutschlands und Polens beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze zu bringen. Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU zu hindern - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Laut der Organisation Human Constanta werden auf belarussischer Seite viele Menschen im Grenzgebiet festgehalten. Nach Berichten von Migranten werden Gruppen im Wald an der Grenze bewacht. Sie würden gezwungen, die stark gesicherte Grenze nach Polen zu überqueren. Diejenigen, die das Gebiet zurück ins Landesinnere verlassen könnten, zögen in grössere Städte, berichtete eine Sprecherin.

In Grodno im Westen seien sie in einer Herberge nahe dem Bahnhof untergebracht gewesen. Nachdem dort vor einigen Wochen eine Gruppe Iraker festgenommen worden sei, versuchten sie nun, diesen Ort zu meiden. In der Hauptstadt Minsk seien Migranten mitunter in Hotels. Man hat aber das Gefühl, dass einige auf der Strasse leben müssen.

Vielen Migranten scheint die Passage über Belarus in die EU ungefährlicher als etwa der Weg übers Mittelmeer. In dem Land sollen sich etwa 15 000 Menschen aufhalten, die auf ihre Chance zur Weiterreise warten. Offizielle Zahlen gibt es nicht.

Die Organisation kann diesen Menschen nach eigener Darstellung kaum helfen, weil sie von den autoritären Behörden im Zuge des Vorgehens gegen Andersdenkende nach den Massenprotesten gegen Lukaschenko verboten wurde. Wenn sich Migranten an uns wenden, vermitteln wir sie an andere Organisationen wie das Rote Kreuz oder das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, erklärte die Sprecherin.

Den Menschenrechtlern zufolge versucht Belarus offenbar, den Zustrom von Migranten vor dem Winter zu begrenzen. Die Zahl der Flüge aus dem Irak sei zurückgegangen, und es würden keine Touristen-Visa mehr ausgestellt. Augenzeugen berichten jedoch, dass eine grosse Zahl arabischsprachiger Menschen mit Flügen aus der Türkei einreist. Wir gehen auch davon aus, dass viele über Russland einreisen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Genfer Playmobil-Fans stellen historische Schlacht nach
Schweiz

Genfer Playmobil-Fans stellen historische Schlacht nach

In Genf haben leidenschaftliche Playmobil-Fans eine riesige Nachbildung der sogenannten Escalade geschaffen. Bei dieser Schlacht verteidigten im Jahr 1602 die Genfer ihre Stadt erfolgreich gegen savoyische Truppen. Heute erinnert jährlich ein Volksfest an den Sieg.

Platz 6 für Olympiasiegerin Höfflin
Sport

Platz 6 für Olympiasiegerin Höfflin

Die Schweizer Freestyle-Spezialistinnen bleiben beim Big-Air-Weltcup im amerikanischen Steamboat ohne Exploit. Olympiasiegerin Sarah Höfflin klassiert sich auf Platz 6, Giulia Tanno auf Platz 7.

Lastwagen verunfallt in Hochdorf LU in Schneesturm
Regional

Lastwagen verunfallt in Hochdorf LU in Schneesturm

Ein Lastwagen ist am Donnerstagabend bei widrigen Strassen- und Sichtverhältnissen in Hochdorf von der Strasse abgekommen und hat sich überschlagen. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden am Fahrzeug beläuft sich auf 40'000 Franken, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

SPD-Spitze schlägt Kühnert als neuen Generalsekretär vor
International

SPD-Spitze schlägt Kühnert als neuen Generalsekretär vor

Die deutschen Sozialdemokraten stellen sich für ihre Regierungszeit neu auf. Am Freitag schlug die Parteispitze nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den früheren Juso-Chef Kevin Kühnert als neuen Generalsekretär vor.