Migros-Genossenschafts-Mitglieder stimmen über Alkoholverkauf ab


News Redaktion
Schweiz / 03.12.21 20:28

Die über 2,2 Millionen Mitglieder der Migros-Gemeinschaft werden über den Verkauf alkoholischer Getränke in Migros-Filialen entscheiden können. Das haben die zehn regionalen Genossenschaften beschlossen. Eine Urabstimmung soll im Juni nächsten Jahres stattfinden.

Migros und Alkohol - eine widersprüchliche Beziehung: Unternehmenstochter Denner darf verkaufen, die Mutter (noch) nicht. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Migros und Alkohol - eine widersprüchliche Beziehung: Unternehmenstochter Denner darf verkaufen, die Mutter (noch) nicht. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Anteil der Befürwortenden war in allen regionalen Genossenschaften deutlich, wie einer Migros-Mitteilung vom Freitagabend zu entnehmen ist.

In jenen Genossenschaften, in denen eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Abstimmenden das Verkaufsverbot für Alkohol aufheben möchte, könnten ab 2023 Bier, Wein und Spirituosen ins Sortiment der Migros-Filiale aufgenommen werden.

Mit der Entscheidung ginge eine lange Tradition zu Ende: In den Statuten der Genossenschaft ist nämlich seit der Gründung durch Gottlieb Duttweiler 1925 festgeschrieben, dass kein Alkohol verkauft werden darf.

Und so hatte auch das Blaue Kreuz schon im Vorfeld einer Delegiertenversammlung Anfang November vor einem Verrat an der DNA der Migros gewarnt. Das Unternehmen riskiere, die Reputation eines sozialen und gesellschaftsverantwortlichen Grossverteilers zu verlieren.

Bislang ist der Alkoholverkauf in den stationären Migros-Filialen verboten. Der Konzern selber umgeht diese Regelung indirekt schon seit Jahren, indem er in seinen Tochterunternehmen Denner und Migrolino, seinem Internetladen leshop.ch, den Migrol-Tankstellen und den Partnerläden VOI Alkohol und zum Teil auch Tabakwaren anbietet.

Schon 1999 hatte die Delegiertenversammlung entschieden, dass auch in den Restaurants der Golfklubs und der Freizeitanlagen der Genossenschaft alkoholische Getränke ausgeschenkt werden dürfen.

Für den Konzern wäre der Alkoholverkauf auf jeden Fall lukrativ: So rechnete der frühere Finanzchef Mario Bonorand mit einem Umsatzplus von 1,5 bis 2 Milliarden Franken, sollte das Alkoholverbot aufgehoben werden.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Keine Gesetzesänderung im Thurgau nach der Wahlfälschung
Schweiz

Keine Gesetzesänderung im Thurgau nach der Wahlfälschung

Als Folge der Wahlfälschung bei den Thurgauer Grossratswahlen von 2020 ist in einer parteiübergreifend eingereichten Motion eine Überarbeitung des Stimm- und Wahlgesetzes verlangt worden. Die Mehrheit des Grossen Rats lehnte den Vorstoss am Mittwochvormittag ab.

Zürcher Stadtrat soll Schleichverkehr aus den Quartieren vertreiben
Schweiz

Zürcher Stadtrat soll Schleichverkehr aus den Quartieren vertreiben

Der Zürcher Stadtrat soll Massnahmen ergreifen, um die Quartiere vom Schleichverkehr zu befreien. Dies hat das Stadtparlament am Mittwoch entschieden. Es überwies ein Postulat der SP mit 77 zu 36 Stimmen.

Ajoie mit Negativ-Rekord, SCB bremst Absturz
Sport

Ajoie mit Negativ-Rekord, SCB bremst Absturz

Ajoie stellt mit der 16. Niederlage in Folge - 3:7 gegen Rapperswil-Jona - einen Negativ-Rekord im Schweizer Eishockey auf. Dafür findet der SC Bern zum Siegen zurück.

Jeder fünfte Franzose geht nicht ans Telefon
International

Jeder fünfte Franzose geht nicht ans Telefon

Mehr als 99 Prozent der Menschen in Frankreich haben ein Telefon, jeder fünfte geht aber nicht dran oder ist sehr schwer erreichbar.