Mikroplastik kann Schadstoffe aufnehmen und in Fischmägen abgeben


News Redaktion
Schweiz / 26.10.21 13:29

Dass Mikroplastik wasserunlösliche Schadstoffe aufnehmen kann, war bekannt. Nun haben Forscher der ETH Lausanne (EPFL) nachgewiesen, dass diese Schadstoffe im Verdauungssystem von Fischen herausgelöst werden und möglicherweise in die Nahrungsmittelkette gelangen.

Die Aufnahme von Mikroplastik kann erheblich zur Exposition von Wasserorganismen gegenüber Progesteron beitragen. Progesteron gilt als endokriner Disruptor und kann schon in kleinsten Mengen den Organismus schwer schädigen (Pressebild). (FOTO: zVg)
Die Aufnahme von Mikroplastik kann erheblich zur Exposition von Wasserorganismen gegenüber Progesteron beitragen. Progesteron gilt als endokriner Disruptor und kann schon in kleinsten Mengen den Organismus schwer schädigen (Pressebild). (FOTO: zVg)

Die EPFL-Forscher nahmen speziell Progesteron ins Visier. Es gilt als sogenannter endokriner Disruptor. Das sind hormonaktive Substanzen, die im Körper bereits in geringsten Mengen durch Veränderung des Hormonsystems die Gesundheit schädigen können. Endokrine Disruptoren kommen hauptsächlich in synthetisch hergestellten Materialien wie Pestiziden, Lösungsmitteln, Babyprodukten und Kunststoffen vor.

Das im Mikroplastik enthaltene Progesteron wird durch chemische Reaktionen mit den Verdauungsflüssigkeiten der Fische in den Verdauungstrakt freigesetzt. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die Wissenschaftler der EPFL, der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag), der Peking University in Peking und der Oklahoma State University gemeinsam durchgeführt haben und die in der Zeitschrift Environmental Science: Processes & Impacts veröffentlicht wurde.

Unsere Studie zeigt, dass Mikroplastik ein zusätzlicher Vektor für die Exposition von Fischen gegenüber Mikroverunreinigungen wie Progesteron, einem Steroidhormon, das in der Umwelt vorkommt, ist, sagt Florian Breider, Leiter des Zentralen Umweltlabors der EPFL und Mitautor der Studie. Noch weiss niemand, ob die Mikroverunreinigungen die Darmwände durchdringen und sich auf den Rest des Fisches ausbreiten.

*Fachpublikationslink https://doi.org/10.1039/D1EM00226K

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zivilschutz springt in Obwalden beim Contact-Tracing ein
Regional

Zivilschutz springt in Obwalden beim Contact-Tracing ein

Wegen der rasant ansteigenden Coronafallzahlen im Kanton Obwalden wird der Zivilschutz beim Contact-Tracing eingesetzt. Zudem erwartet das Gesundheitsamt durch eine neue interne Online-Lösung eine effizientere Benachrichtigung von Kontaktpersonen.

Die Overtime-Könige aus Freiburg schlagen erneut zu
Sport

Die Overtime-Könige aus Freiburg schlagen erneut zu

Fribourg-Gottéron gewinnt den Spitzenkampf bei den Rapperswil-Jona Lakers mit 5:4 nach Verlängerung. David Desharnais erzielt den Siegtreffer nach 35 Sekunden im Nachsitzen.

Alkoholisierter 16-Jähriger bei Selbstunfall mit Roller verletzt
Schweiz

Alkoholisierter 16-Jähriger bei Selbstunfall mit Roller verletzt

Ein stark alkoholisierter Jugendlicher ist am Freitagabend bei einem Selbstunfall mit einem Roller in Altdorf erheblich verletzt worden. Die Rettungskräfte, die ihm zu Hilfe eilten, wurden von dem Unfallfahrer und weiteren Personen vor Ort bedrängt und angegangen.

Schweizer Männer gewinnen erstes Gruppenspiel
Sport

Schweizer Männer gewinnen erstes Gruppenspiel

Die Schweizer Unihockey-Nationalmannschaft der Männer startet mit einem knappen Sieg in die WM in Helsinki. Das Team von Trainer David Jansson gewinnt das erste Gruppenspiel gegen Norwegen 7:5.