Mindeststeuer: Finanzdirektor sieht Nidwalden in guter Ausgangslage


Roman Spirig
Regional / 30.06.21 12:32

Eine globale Mindeststeuer für Unternehmen, wie sie die G7-Staaten schaffen möchten, werde für Nidwalden eine Herausforderung sein. Dies sagte Finanzdirektor Alfred Bossard (FDP) am Mittwoch im Landrat. Der Kanton befinde sich aber in einer guten Ausgangslage.

Mindeststeuer: Finanzdirektor sieht Nidwalden in guter Ausgangslage (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Mindeststeuer: Finanzdirektor sieht Nidwalden in guter Ausgangslage (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Rahmenbedingungen in Nidwalden seien gut, sagte der Regierungsrat. Er gehe nicht davon aus, dass viele Unternehmen bei einer Einführung einer Mindeststeuer abwandern würden.

Nidwalden habe eine gute Ausgangslage, sagte Bossard. Diese gelte es zu nutzen. Nidwalden wolle weiterhin ein attraktiver Kanton für natürliche wie juristische Personen sein.

Der Finanzdirektor äusserte sich im Landrat bei der Debatte zur Staatsrechnung 2020 zu einer globalen Mindeststeuer. Auf diese hatten sich Mitte Juni die reichsten Staaten (G7) im englischen Carbis Bay geeinigt. Der Steuersatz für Unternehmen soll demnach bei mindestens 15 Prozent liegen. 18 Kantone müssten die Steuern demnach erhöhten, zu ihnen gehört auch Nidwalden.

Der Landrat genehmigte die Staatsrechnung 2020 nach einer kurzen Debatte einstimmig. Die Rechnung schliesst bei einem Aufwand von 389 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 1,2 Millionen Franken, budgetiert war ein Fehlbetrag von 1,5 Millionen Franken. Im Coronajahr gingen zwar die Einnahmen aus den Unternehmensgewinnsteuern zurück, doch schüttete die Nationalbank höhere Gewinnanteile an die Kantone aus als erwartet.

Bei den Investitionen stand Nidwalden auf der Bremse. Netto investierte der Kanton nur 22,6 Millionen Franken statt den veranschlagten 40,5 Millionen Franken. Philippe Banz (FDP) sagte, zahlreiche Projekte seien nicht abgeschlossen oder hinausgeschoben worden. Die Investitionsdelle in Nidwalden werde immer grösser.

Zu 2021 äusserte sich der Finanzdirektor zuversichtlich. Die steuerlichen Ausfälle seien nicht so dramatisch wie befürchtet, und die Wirtschaft erhole sich, sagte er.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Polizei verhaftet nach Messerstecherei in Winterthur drei Männer
Schweiz

Polizei verhaftet nach Messerstecherei in Winterthur drei Männer

Bei einer Auseinandersetzung in der Winterthurer Innenstadt sind am Freitag zwei Männer mit einem Messer verletzt worden. Die Polizei verhaftete drei mutmassliche Täter.

Algerien trauert um verstorbenen Staatschef Bouteflika
International

Algerien trauert um verstorbenen Staatschef Bouteflika

Algerien trauert um seinen früheren Staatschef Abdelaziz Bouteflika nach dessen Tod im Alter von 84 Jahren. Der langjährige Präsident starb am Freitagabend nach schwerer Krankheit, wie die Staatsagentur APS berichtete.

Marc Hirschi beendet Luxemburg-Rundfahrt als Zweiter
Sport

Marc Hirschi beendet Luxemburg-Rundfahrt als Zweiter

Marc Hirschi beendet die Luxemburg-Rundfahrt auf dem Podest. Der Berner verteidigt seinen 2. Rang im Gesamtklassement mit Platz 4 am Schlusstag.

Kono ist Favorit im Rennen um Ministerpräsidentenamt in Japan
International

Kono ist Favorit im Rennen um Ministerpräsidentenamt in Japan

Die Kandidaten für das Amt des nächsten japanischen Ministerpräsidenten haben offiziell ihre Kampagnen gestartet. Der für die Corona-Impfungen zuständige Minister Taro Kono gilt dabei als Spitzenkandidat für die Nachfolge von Yoshihide Suga.