Missbrauchsvorwürfe: Prinz Andrew will Zivilklage anfechten


News Redaktion
International / 14.09.21 05:46

Der britische Prinz Andrew (61) will die Zivilklage einer Frau anfechten, die ihm vorwirft, sie als Minderjährige missbraucht zu haben.

ARCHIV - Prinz Andrew von Großbritannien. Foto: Neil Hall/PA Wire/dpa (FOTO: Keystone/PA Wire/Neil Hall)
ARCHIV - Prinz Andrew von Großbritannien. Foto: Neil Hall/PA Wire/dpa (FOTO: Keystone/PA Wire/Neil Hall)

Andrew wolle sowohl die Zuständigkeit des Gerichts in New York als auch die ordnungsgemässe Zustellung der Klage anfechten, hiess es in einem Dokument, das ein Anwalt des Prinzen am Montag bei Gericht hinterlegte und das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Die 38-jährige Virginia Giuffre hatte die Zivilklage Mitte August eingereicht. Darin wirft sie dem zweitältesten Sohn von Königin Elizabeth II. sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen vor und verlangt Schadenersatz. Zuvor hatte Giuffre dem Prinzen mehrfach öffentlich vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew hatte das stets bestritten. Auch die Chefin der Londoner Polizei, Cressida Dick, hatte eine Überprüfung der Missbrauchsvorwürfe angekündigt.

Die Zivilklage sei unbegründet, nicht haltbar und möglicherweise rechtswidrig, sagte Andrews Anwalt Andrew Brettler am Montag bei einer Online-Anhörung US-Medienberichten zufolge vor Richter Lewis Kaplan. Giuffres Anwalt David Boies hielt dagegen. Es sei völlig eindeutig, dass die Klage ordnungsgemäss sei und dem Prinzen auch ordnungsgemäss zugestellt worden sei. Richter Kaplan setzte eine weitere Anhörung für den 13. Oktober an.

Die Klage steht in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich 2019 im Gefängnis das Leben nahm. Prinz Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes und dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell, die derzeit in einem New Yorker Gefängnis auf ihren Prozess wartet, will er aber nichts mitbekommen haben. Wegen der früheren Freundschaft zu Epstein steht Prinz Andrew seit Jahren in der Kritik und hat sich von seinen royalen Aufgaben zurückgezogen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ökonomen blicken optimistischer auf den Arbeitsmarkt
Wirtschaft

Ökonomen blicken optimistischer auf den Arbeitsmarkt

Schweizer Konjunkturexperten sind immer optimistischer für den hiesigen Arbeitsmarkt. Ausserdem revidieren sie ihre Inflationsprognose leicht nach oben. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum fällt dafür etwas tiefer aus als zuletzt.

Iran verweigert IAEA Zugang zu Nuklear-Werkstatt
International

Iran verweigert IAEA Zugang zu Nuklear-Werkstatt

Der Iran blockiert entgegen jüngster Zusagen die vollständige Überwachung seines Atomprogrammes. Das meldete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Sonntag in Wien in einem Sonderbericht.

Architekt Robert Haussmann kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben
Schweiz

Architekt Robert Haussmann kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben

Der renommierte Architekt, Innenarchitekt und Produktgestalter Robert Haussmann ist tot. Er starb bereits am vergangenen Dienstag, wie sein Sohn Florian Haussmann der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag mitteilte.

Chronext will schon im Oktober an die Schweizer Börse
Wirtschaft

Chronext will schon im Oktober an die Schweizer Börse

Chronext treibt den Gang an die Schweizer Börse voran. Der Onlinehändler von Luxusuhren peilt einen Bruttoertrag von 152 bis 200 Millionen Franken an. Die Aktien sollen noch im Oktober gelistet werden.