Mit Konstanz zur Abfahrts-Kristallkugel


Roman Spirig
Sport / 13.03.19 15:45

Dominik Paris hat auch die letzte Abfahrt des Winters gewonnen. Der Italiener triumphierte beim Weltcup-Finale in Soldeu, musste die kleine Kristallkugel aber Beat Feuz überlassen. Feuz brachte seine Reserve mit einem 6. Platz sicher über die Runden.

Mit Konstanz zur Abfahrts-Kristallkugel  (Foto: KEYSTONE / EPA / CHRISTIAN BRUNA)
Mit Konstanz zur Abfahrts-Kristallkugel (Foto: KEYSTONE / EPA / CHRISTIAN BRUNA)

Auch der Wind konnte Dominik Paris nicht stoppen. Bei wechselhaften Verhältnissen fuhr der 29-jährige Speed-Spezialist seinen dritten Abfahrts-Sieg in Folge im Weltcup und den vierten in diesem Winter ein. Er setzte sich mit der Marge von 34 Hundertstel und mehr vor dem Norweger Kjetil Jansrud und dem Österreicher Otmar Striedinger durch, der seinerseits Mauro Caviezel um sechs Hundertstel auf Platz 4 verwies.

Und doch blieb die Krönung für den Südtiroler aus. Die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Disziplinen-Wertung blieb ihm nämlich verwehrt. Weil es eben einen gab, der zwar weniger Abfahrten gewann - ja sogar nur eine -, der das Pensum aber mit bestechender Konstanz bewältigte: Beat Feuz.

Feuz klassierte sich in Andorra erst zum zweiten Mal in dieser Weltcupsaison (und zum zweiten Mal in den letzten 13 Abfahrten) neben dem Abfahrts-Podest. Seine Führung in der Disziplinenwertung verteidigte er aber souverän. Obwohl er sich im obersten Streckenteil ohne ersichtlichen Grund einen grossen Rückstand eingehandelt hatte, war er auch in den Pyrenäen nicht schlechter als Sechster. Dank sechs Podestplätzen und zwei 6. Rängen sicherte sich der Emmentaler zum zweiten Mal in Folge die kleine Kristallkugel in seiner Paradedisziplin. "Hätte mir das einer vor zwei Jahren prophezeit, hätte ich ihm nicht geglaubt", so Feuz.

Den Schlüssel zum neuerlichen Erfolg ortete auch Feuz in der Konstanz. "Mein Plus ist, dass ich auf jeder Piste und bei allen Verhältnissen vorne dabei bin", sagte er. Tatsächlich mischt der Weltmeister von 2017 nunmehr seit längerem in allen Abfahrten und bei allen möglichen Bedingungen vorne mit. "Selbstvertrauen, Form und Material - seit einiger Zeit stimmt alles", sagt er selbst. Auch die Nerven konnten Feuz keinen Strich durch Rechnung mehr machen: "Am Start war die Anspannung auch diesmal weg."

Dominik Paris dagegen leistete sich vor allem in der ersten Saisonhälfte die letztlich entscheidenden Aussetzer. Er wurde in Beaver Creek lediglich Zwölfter und schaffte es in Val Gardena nicht über Platz 17 hinaus. Hinzu kam vor der Ende Januar lancierten Siegesserie der 11. Platz in Wengen.

Mit seiner kontrollierten, aber nicht verkrampften Fahrt verhinderte Feuz den ersten Disziplinen-Sieg von Paris und auch ein Schweizer Déjà-vu. 2008 hatte Didier Cuche im Super-G eine Reserve von sogar 99 Punkten ins letzte Rennen genommen, den Gesamtsieg aber wegen einer zu vorsichtigen Fahrt noch dem Tagessieger Hannes Reichelt überlassen müssen - unter anderem, weil ihn Daniel Albrecht als letzter Starter auf Platz 16 verdrängt hatte. Ein ähnliches Szenario drohte diesmal nicht. Feuz' Reserve betrug in der Endabrechnung 20 Punkte.

Versöhnlich endete der Winter für Carlo Janka. Der schwächelnde Gesamt-Weltcupsieger von 2009/10, dem körperliche und materialtechnische Probleme zu schaffen machen, realisierte in seinem letzten Rennen der Saison als Neunter seinen ersten Top-10-Platz. Dazu holte der Berner Junioren-Weltmeister Lars Rösti als Fünfzehnter seine ersten Weltcup-Punkte.

(sda)


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