Mitglied von russischer Protest-Band Pussy Riot offenbar vergiftet


Roman Spirig
International / 13.09.18 20:11

Ein Mitglied der russischen Protest-Band Pussy Riot ist nach Angaben der Gruppe mit dem Verdacht auf eine Vergiftung ins Spital eingeliefert worden.

Mitglied von russischer Protest-Band Pussy Riot offenbar vergiftet  (Foto: KEYSTONE / AP / MARKUS SCHREIBER)
Mitglied von russischer Protest-Band Pussy Riot offenbar vergiftet (Foto: KEYSTONE / AP / MARKUS SCHREIBER)

Pjotr Wersilow befinde sich in einem ernsten Zustand, sagte dessen Lebensgefährtin Veronika Nikulschina am Donnerstag dem Radiosender Moskauer Echo. "Unser Freund, Bruder, Kamerad Pjotr Wersilow ist in der Reanimation. Sein Leben ist in Gefahr. Wir glauben, dass er vergiftet wurde", schrieb die Band im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Nach Angaben Nikulschinas hatte Wersilow sie am Dienstag zu einem Prozess begleitet, wo sie wegen Widerstands gegen Polizeibeamte vor Gericht stand. Wenige Stunden nach der Verhandlung habe sich sein Zustand plötzlich zusehends verschlechtert, er habe sein Sehvermögen verloren und nicht mehr sprechen können.

Sie schliesse einen "Eingriff von aussen" nicht aus, sagte Nikulschina. Ihr Freund habe keine Vorerkrankung gehabt und keinerlei Drogen genommen. Nach Angaben der Ärzte sei sein Zustand ernst, nähere Erklärungen hätten die Mediziner nicht abgegeben.

Wersilow wurde zunächst in ein Krankenhaus im Nordosten Moskaus eingeliefert, im Laufe des Tages dann aber auf die Intensivstation des renommierten Sklifossowski-Instituts verlegt. Eine Mitarbeiterin des Instituts bestätigte am Telefon, dass sein Zustand ernst sei.

Pjotr Wersilow und Veronika Nikulschina gehören zu einer Gruppe von vier Pussy Riot-Mitgliedern, die beim Finale der Fussball-Weltmeisterschaft im Juli in Polizeiuniformen auf das Spielfeld gestürmt waren, um gegen die Unterdrückung politisch Andersdenkender in Russland zu protestieren. Wegen des Protestes sassen sie 15 Tage in Haft.

Wersilow ist Gründer der Website MediaZona, die über Gerichtsverfahren gegen Menschenrechtsaktivisten berichtet. In jüngster Zeit arbeitete er an einem Dokumentarfilm über einen der drei russischen Journalisten, die im August bei Recherchen über eine russische Söldnergruppe in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden waren.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

ZSC Lions und Lugano ausgeschieden
Sport

ZSC Lions und Lugano ausgeschieden

Die ZSC Lions und Lugano sind in der Champions Hockey League in den Achtelfinals ausgeschieden. Gegen Kärpät Oulu, respektive Frölunda Göteborg verloren die beiden Schweizer Vertreter nach ihren Unentschieden in den Hinspielen mit einem Tor Differenz.

Der Status Weltcup zum 10-Jahr-Jubiläum
Sport

Der Status Weltcup zum 10-Jahr-Jubiläum

Der CSI Basel begeht sein 10-Jahr-Jubiläum vom 10. bis 13. Januar 2019 nicht nur in der rundum erneuerten St. Jakobshalle, sondern auch erstmals mit dem Status eines Weltcup-Turniers.

Die Edmonton Oilers entlassen den Headcoach
Sport

Die Edmonton Oilers entlassen den Headcoach

Die Edmonton Oilers, Viertletzte in der Western Conference der NHL, haben sich von Headcoach Todd McLellan getrennt. Neuer Chef an der Bande wird Ken Hitchcock. Der 66-jährige Kanadier arbeitete zuletzt von 2011 bis 2017 für die St. Louis Blues.

Wie Everberg die Hilfe von Klingberg beim EVZ braucht:
Sport

Wie Everberg die Hilfe von Klingberg beim EVZ braucht: "Ich hätte mich fast verlaufen"

Dennis Everberg ist gut in Zug angekommen. Beim ersten Heimspiel gleich 2 Tore gebucht. So ganz findet er sich allerdings in der Bossard Arena noch nicht zu recht, wie er uns erzählt. Er ist froh, dass er auf Landsmann Klingberg zählen kann, der ihm den Weg zeigt.