Mobilität der Studierenden in der Schweiz tiefer als angestrebt


News Redaktion
Schweiz / 19.01.23 10:00

Studierende an Schweizer Hochschulen sind weniger mobil als vom Bund, von den Kantonen und vom Europäischen Hochschulraum angestrebt. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung.

Die Hochschule St. Gallen ist der Spitzenreiter bei der Mobilitiätsquote ihrer Studierenden im Schweizer Hochschul-Vergleich. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Die Hochschule St. Gallen ist der Spitzenreiter bei der Mobilitiätsquote ihrer Studierenden im Schweizer Hochschul-Vergleich. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Ziel wäre es, dass 20 Prozent der Absolventinnen und Absolventen Studien oder Praktikumserfahrung im Ausland ausweisen. Die durchschnittliche Mobilitätsquote der Schweizer Hochschulen liegt derzeit aber lediglich bei 15,7 Prozent. Und bei vielen Hochschulen ist die Quote noch wesentlich tiefer, wie der erstmals publizierte Internationalisierungsindex der nationalen Agentur Movetia zeigt.

Demnach erreicht nur jede neunte Hochschule in der Schweiz die internationalen und nationalen Mobilitätsziele. Dabei spielen die institutionellen Rahmenbedingungen für Studierende eine entscheidende Rolle, wie es in der Mitteilung von Movetia heisst.

Die Platzierung bei der Mobilitätsquote ist demnach unabhängig vom jeweiligen Hochschultyp (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen, pädagogische Hochschulen) und auch keine Frage der Grösse oder des Alters der Hochschule oder der jeweiligen Sprachregion. So sind die Universität St. Gallen, die ETH Lausanne, die PH St. Gallen, die Università della Svizzera italiana sowie die Westschweizer Fachhochschule HES-SO die fünf Bestplatzierten.

Eine hohe Mobilitätsquote und die dazu notwendige Internationalisierung des Hochschulraumes seien für den Innovationsstandort Schweiz und für die Wirtschaft von grosser Bedeutung, betont Movetia.

Eine Austauscherfahrung während des Studiums bringe nämlich einen entscheidenden Mehrwert: wichtige interkulturelle, fachliche und persönliche Kompetenzen der Teilnehmenden würden gefördert, und ihre Arbeitsmarktfähigkeit bei Studienabschluss sowie berufliche Karrierechancen seien höher.

Das europäische Programm Erasmus+ ermöglicht die internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Seit 2014 ist die Schweiz allerdings nicht mehr damit assoziiert. Es sei zwar schwierig, die Auswirkungen dieser Nicht-Assoziierung wissenschaftlich zu messen, aber die Mobilitätsquoten wären höher, wenn die Schweiz noch Teil des Programmes wäre, meint Olivier Tschopp, Direktor von Movetia, im Gespräch mit Keystone-SDA.

Ausgangslage für den Internationalisierungsindex von Movetia bilden die Mobilitätsdaten des Bundesamtes für Statistik (BFS). Sie geben Auskunft über das Mobilitätsverhalten der Studierenden mit Abschlussjahr 2020 (Bachelor und Master). Corona-bedingte negative Auswirkungen sind somit im Index nicht enthalten.

(sda)


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