Moneypark sieht keine Anzeichen für steigende Hypothekarzinsen


News Redaktion
Wirtschaft / 30.06.20 10:45

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden und hinterlässt negative Spuren in der Wirtschaftsentwicklung. Auf die Hypothekenzinsen dürfte ihr Einfluss aber eher gering ausfallen.

Das Geschäft mit der Finanzierung von Eigenheimen bleibt umkämpft - die Hypothekarsätze dürften tief bleiben. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)
Das Geschäft mit der Finanzierung von Eigenheimen bleibt umkämpft - die Hypothekarsätze dürften tief bleiben. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA)

Moneypark erwartet in den nächsten Monaten einen verstärkten Konkurrenzkampf unter den Hypothekaranbietern und sieht daher keinen Spielraum für einen Zinsanstieg.

Im Juni seien die richtungsweisenden Swapssätze zwar leicht gestiegen und notierten im Juni über alle Laufzeiten hinweg um vier bis sechs Basispunkte höher, heisst es in einer Mitteilung von Moneypark am Dienstag. so lag beispielsweise der zehnjährige Satz am 29. Juni bei -0,30 Prozent.

Doch habe der Anstieg der Kapitalmarktzinsen nicht zu höheren Hypothekarzinssätzen geführt. Diese befänden sich seit rund einem Monat stabil auf dem Niveau von Anfang Jahr.

Die durchschnittlichen Hypothekarsätze von 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen - auch Richtsatz genannt - hätten während der Corona-Krise im März vorübergehend angezogen. Der Zins für eine zehnjährige Festhypothek erreichte dabei mit 1,31 Prozent den diesjährigen Höchststand. Seitdem ist der Richtsatz aber wieder auf das Vorjahresniveau gesunken und liegt per Ende Juni bei 1,20 Prozent und der fünfjährige Richtsatz bei 1,02 Prozent.

Moneypark geht nicht davon aus, dass die Hypothekarzinsen wieder steigen werden. Ganz im Gegenteil, betont der Hypothekenvermittler. Weil die Schweizerische Nationalbank (SNB) an ihrem Negativzins festhalte, gebe es keinen Spielraum für grosse Zinserhöhungen.

Gegen höhere Sätze spricht auch, dass das Hypothekargeschäft heisst umkämpft bleibt und alternative Kapitalgeber wieder zurück in den Markt drängen. Es komme zu mehr Preisdruck, da viele Anbieter die Kapazitäten wieder in den normalen Vor-Corona-Bereich hochgefahren hätten und damit auch vermehrt konkurrenzfähige Konditionen offerieren könnten.

Obwohl der Schweizer Arbeitsmarkt von der zu erwartenden Rezession ebenfalls negativ getroffen werden dürfte, erachtet Moneypark das Risiko für einkommensbedingte Hypothekarkreditausfälle, vor allem bei Eigenheimen, als begrenzt. Die Arbeitssituation dürfte sich resistenter als in anderen Ländern präsentieren.

Ähnlich sehen es die Wohneigentümer. Die Mehrheit setzt ebenfalls auf stabile Hypothekarzinsen, wie aus den Ergebnissen einer Befragung des Online-Marktplatz Scout24 Schweiz von 517 Hypothekenbesitzerinnen und -besitzer hervorgeht, die ebenfalls am Dienstag veröffentlicht wurde.

Knapp drei Viertel der Befragten sehen die Hypothekarzinsen in den nächsten zwölf Monaten ungefähr auf dem gleichen Niveau. Dabei gehen 18- bis 44-Jährige eher von höheren Hypothekarzinsen aus als die älteren Altersgruppen.

Fast alle Befragten können sich einen Abschluss einer Hypothek über den persönliche Kontakt mit einer Bank oder Versicherung vorstellen. Etwas mehr als die Hälfte ziehe den Abschluss einer Hypothek online oder telefonisch via Bank oder Versicherung in Betracht und bereits für jede fünfte Person kämen ausserdem Online-Vermittlungsdienste für den Hypothekenabschluss infrage.

Dabei kann sich die Altersgruppe der 18- bis 44-Jährigen sowie Männer könnten sich den Abschluss einer Hypothek via Online-Portal deutlich häufiger vorstellen als 45- bis 75-Jährige und Frauen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

NHL-Klubs dürfen nicht mehr über Coronavirus informieren
Sport

NHL-Klubs dürfen nicht mehr über Coronavirus informieren

Die NHL verlautbart, dass es den Klubs ab der Fortsetzung der laufenden Saison am 1. August nicht mehr erlaubt ist, über Coronavirus-Tests oder Verletzungen zu informieren.

Luzerner Raser und Dopinghändler muss ins Gefängnis
Regional

Luzerner Raser und Dopinghändler muss ins Gefängnis

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Raser und Dopinghändler zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der 26-Jährige verstiess mehrfach gegen das Strassenverkehrs- sowie das Sportfördergesetz und hat auch anderes auf dem Kerbholz.

Präsidenten-Stichwahl in Polen beginnt
International

Präsidenten-Stichwahl in Polen beginnt

In Polen hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Die rund 30 Millionen Wahlberechtigten können sich zwischen Amtsinhaber Andrzej Duda und seinem oppositionellen Herausforderer Rafal Trzaskowski entscheiden.

Verletzter Töfffahrer nach Kollision mit Auto auf Furkapassstrasse
Regional

Verletzter Töfffahrer nach Kollision mit Auto auf Furkapassstrasse

Ein 25-jähriger Motorradfahrer hat sich am Sonntag kurz nach 18.30 Uhr bei einer Kollision mit einem Auto auf der Furkapassstrasse erheblich verletzt. Die Ambulanz brachte ihn ins Spital.