Museumspolitik: Luzerner Regierungsrat weist Kritik zurück


News Redaktion
Regional / 14.09.21 15:39

Das Verhältnis zwischen dem Luzerner Regierungs- und Stadtrat sei nicht so schlecht wie oft dargestellt. Dies hat die Kantonsregierung am Dienstag im Kantonsrat erklärt, als dieser eine Aussprache über die geplanten Standorte für die Gerichte und die kantonalen Museen führte.

In Luzern sollen das Natur-Museum und das Historische Museum zur Gerichtsmeile umfunktioniert werden. Diese Pläne des Regierungsrats sind umstritten. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
In Luzern sollen das Natur-Museum und das Historische Museum zur Gerichtsmeile umfunktioniert werden. Diese Pläne des Regierungsrats sind umstritten. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der Regierungsrat plant, das Natur-Museum und das historische Museum zu einem Museum für Natur, Gesellschaft und Geschichte zu fusionieren und vom Kasernenplatz ins alte Zeughaus zu verlegen. In den beiden Museumsgebäuden sollen die Gerichte einziehen.

Diese Pläne sind indes umstritten, das Luzerner Stadtparlament hat bereits erklärt, für eine Umzonung, die es für die Gerichtsmeile brauchen würde, nicht Hand bieten zu wollen. Auch der Standort Zeughaus steht in der Kritik, dies weil er weniger gut erreichbar ist als der Kasernenplatz und hohe Investitionen nötig sind.

Claudia Huser (GLP) forderte den Regierungsrat auf, sich mit dem Stadtrat an einen Tisch zu setzen, um geeignete Standorte zu finden. Es gelte ein Kräftemessen zu verhindern. Korintha Bärtsch (Grüne) verglich die beiden Regierungen mit Kindern, die die Faust im Sack machten, statt zusammenzuarbeiten. Es drohe eine Blockade.

Finanzdirektor Reto Wyss (Mitte) und Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) verwahrten sich gegen solche Vorwürfe. Eine Zusammenarbeit finde statt, gerade letzte Woche habe es zum Thema Museen und Gerichte wieder eine gemeinsame Sitzung gegeben.

SVP-Sprecher Armin Hartmann stellte sich zwar hinter das Zeughaus als neuen Museumsstandort, hatte aber Bedenken, dass sich die Gerichtsmeile realisieren lasse. Es brauche eine Lösung mit der Stadt, sagte er.

Für die SP dagegen ist das Zeughaus ein ungeeigneter Museumsstandort. Urban Sager bezeichnete diesen als totes Pferd, von dem der Regierungsrat absteigen solle. Gaudenz Zemp (FDP) erklärte, ob das Zeughaus das richtige Gebäude sei, könne erst festgestellt werden, wenn das Museumskonzept definitiv vorliege.

Der Regierungsrat relativierte die angeführten hohen Kosten für den Standort Zeughaus mit dem Argument, dass auch für die bisherigen Museumsgebäuden Totalsanierungen nötig seien. Auch seien Alternativen zum Zeughaus geprüft worden, so auch das Verkehrshaus. Eine Zusammenarbeit sei möglich, das Verkehrshaus richte sich aber an ein anderes Publikum als die regional ausgerichteten kantonalen Museen.

(sda)


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