Myanmar: Neue Anklagen gegen Aung San Suu Kyi - bis zu 160 Jahre Haft


News Redaktion
International / 14.01.22 16:39

In Myanmar hat die Justiz Anklage in fünf weiteren Punkten wegen angeblicher Korruption gegen die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi erhoben.

ARCHIV - Myanmars entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi sieht sich mit neuen Anklagepunkten konfrontiert. Foto: Peter Dejong/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Peter Dejong)
ARCHIV - Myanmars entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi sieht sich mit neuen Anklagepunkten konfrontiert. Foto: Peter Dejong/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Peter Dejong)

Insgesamt sieht sich die 76-Jährige damit nun noch mit elf Anklagepunkten konfrontiert, wie mit dem Gerichtsverfahren vertraute Quellen am Freitag berichteten. Bei zehn davon geht es um Verstösse gegen ein Anti-Korruptionsgesetz. Den Angaben zufolge drohen ihr deswegen bis zu 160 Jahre Haft.

Erst zu Wochenbeginn wurde die Friedensnobelpreisträgerin vom Gericht wegen des Imports eines Funkgerätes und eines Verstosses gegen Corona-Bestimmungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Zuvor war sie Anfang Dezember schon in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zunächst ebenfalls zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Wenige Stunden später gab die Militärjunta aber bekannt, das Strafmass auf zwei Jahre zu verkürzen.

Da der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, ist Suu Kyis Reaktion auf die Urteile nicht bekannt. Es ist auch unklar, ob sie tatsächlich eine Haftstrafe antreten muss oder im Hausarrest bleiben wird. Suu Kyi wurde nach dem Militärputsch in dem südostasiatischen Land Anfang Februar festgenommen.

Beobachter und Menschenrechtsexperten sprechen von einem Schauprozess gegen sie und vermuten, dass die Junta die Politikerin auf diese Weise langfristig zum Schweigen bringen will. Das Verfahren hatte Mitte Juni in der Hauptstadt Naypyidaw begonnen.

Seit dem Umsturz versinkt Myanmar in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Gesucht: ein neuer König von Australien
Sport

Gesucht: ein neuer König von Australien

Nach dem definitiven Aus für den neunfachen Champion Novak Djokovic ist die Ausgangslage beim Australian Open in Melbourne der Männer offen wie selten. Anwärter auf den Thron gibt es einige.

Janka beim Rücktritt nur kurz mit wässrigen Augen
Sport

Janka beim Rücktritt nur kurz mit wässrigen Augen

Was im Riesenslalom im Dezember 2005 in Kranjska Gora mit dem Ausscheiden im ersten Lauf beginnt, endet für Carlo Janka gut 16 Jahre später beim Abfahrts-Klassiker in Wengen ebenfalls fast vorzeitig.

Noch halb so viele Gäste wie vor Corona besuchen Schloss Chillon
Schweiz

Noch halb so viele Gäste wie vor Corona besuchen Schloss Chillon

Knapp 200'000 Menschen haben im vergangenen Jahr das Schloss Chillon am Genfersee besucht. Das sind etwa halb so viele wie vor der Coronavirus-Pandemie.

31-Jähriger prallt in Strassenwalze und wird schwer verletzt
Schweiz

31-Jähriger prallt in Strassenwalze und wird schwer verletzt

Ein 31-jähriger Autolenker ist in der Nacht auf Sonntag in Rebstein SG ins Schleudern geraten und in eine parkierte Strassenwalze geprallt. Dabei verletzte sich der Mann schwer und musste ins Spital gebracht werden.