Erneut entladen sich starke Gewitter über der Zentralschweiz


News Redaktion
Regional / 26.07.21 09:53

Am Montagnachmittag ist erneut eine Gewitterfront über die Zentralschweiz gezogen - allerdings weniger heftig als am Sonntag. Stark betroffen war der Kanton Schwyz, in Brunnen kam es zu einem Erdrutsch. Trotz des zeitweise starken Regens sinkt der Pegel des Vierwaldstättersees weiterhin. Die Stadt Luzern will nun ab Donnerstag die Schutzbauten entlang der Reuss abbauen.

Die Strasse zwischen Brunnen und Gersau ist verschüttet. (FOTO: Kantonspolizei Schwyz)
Die Strasse zwischen Brunnen und Gersau ist verschüttet. (FOTO: Kantonspolizei Schwyz)

Das Gewitter in Schwyz sei vom inneren zum äusseren Kantonsteil gezogen, sagte Florian Grossmann, Mediensprecher der Schwyzer Kantonspolizei, auf Anfrage von Keystone-SDA. Es entlud sich zwischen 15.15 Uhr und 17 Uhr. Die Strasse zwischen Brunnen und Gersau sei nach einem Erdrutsch im Bereich Fallenbach meterhoch mit Geröll verschüttet.

Weiter seien derzeit die Seestrasse zwischen Seewen und Lauerz, die Wägitalerstrasse zwischen Siebnen und Vorderthal sowie die Strasse zwischen Biberbrugg und Einsiedeln und die Satteleggstrasse zwischen Vorderthal und Willerzell gesperrt. Meldungen über Verletzte lagen keine vor.

Insgesamt gingen über 200 Notrufe ein. Diese betrafen hauptsächlich überflutete und verschüttete Strassen, Wasser in Gebäuden, Erdrutsche sowie umgestürzte Bäume, teilte die Polizei mit.

Bei der Luzerner Polizei gingen am späteren Nachmittag bislang fünf Meldungen wegen des Gewitters ein, wie Mediensprecher Simon Kopp auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. In Obernau stieg ein Bach an, in Wiggen war eine Strasse mit Wasser überflutet, in Flühli waren Strassenschächte zu und aus Gisikon erreichte die Einsatzzentrale eine Meldung, dass Wasser in einen Keller drang. Auch aus Eich ging eine Meldung ein.

Die Gewitterfront zog gegen 13.30 Uhr auf. In Teilen der Zentralschweiz galt die Gewitterwarnung der Stufe Rot. Der Schwerpunkt des Unwetters, das aus Südwest kam und sich mit einer Geschwindigkeit von rund 30 km/h bewegte, lag im Bereich Marbach LU. Wiggen, Escholzmatt, Schüpfheim, Entlebuch, Kriens und Luzern befanden sich auf der weiteren Zugbahn des Unwetters. Etwas später wurde ein Gewitter registriert, das von Alpnach Dorf über Sarnen OW bis nach Weggis LU und Arth SZ zog.

Trotz dieser erneut heftigen Gewitter in der Zentralschweiz vom Sonntag und Montag rechnet die Stadt Luzern nicht mit einem zweiten Hochwasser, wie sie am Montag mitteilte. Der Gemeindeführungsstab entschied deshalb, ab Donnertag die Schutzbauten entlang der Reuss zu entfernen.

Auch auf dem Ägerisee im Kanton Zug entspannt sich die Lage. Die Ägerisee Schifffahrt wird ab Mittwoch nach einer zwölftägigen Pause wegen des hohen Wasserpegels den Betrieb wieder aufnehmen.

Bereits am Sonntag hatten heftige Gewitter die Einsatzkräfte in der Zentralschweiz auf Trab gehalten. Alleine im Kanton Luzern gingen am Nachmittag rund 300 Notrufe ein, wie die Luzerner Polizei am Montag mitteilte. Hauptsächlich wegen überfluteter Strassen, Wasser in Garagen und Kellern, Erdrutschen und umgestürzten Bäumen. Insgesamt standen 682 Feuerwehrleute von 23 Feuerwehren im Einsatz.

Eine Person stürzte bei den Aufräumarbeiten in Root LU und verletzte sich leicht. Der Rettungsdienst brachte sie ins Spital.

Im Kanton Luzern waren die Gemeinden Werthenstein, Wolhusen, Ruswil, Neuenkirch sowie mehrere Gemeinden im Rontal und die Stadt Luzern vom Gewitter am stärksten betroffen.

Mehrere Strassenabschnitte mussten danach vorübergehend gesperrt werden. Ein grosser Teil davon konnte zwischenzeitlich jedoch wieder geöffnet werden. Weiterhin unterbrochen war aber die Bahnlinie zwischen Wolhusen und Entlebuch.

(sda)


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