Nach Khashoggi-Mord: 20 Verdächtige in Istanbul angeklagt


News Redaktion
International / 25.03.20 11:33

Rund anderthalb Jahre nach dem Mord an dem saudischen Regimekritiker und Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. Ein Prozesstermin wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Jamal Khashoggi im Dezember 2014. Rund anderthalb Jahre nach dem Mord an dem saudischen Regimekritiker und Journalisten in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. (FOTO: KEYSTONE/AP/Hasan Jamali)
Jamal Khashoggi im Dezember 2014. Rund anderthalb Jahre nach dem Mord an dem saudischen Regimekritiker und Journalisten in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. (FOTO: KEYSTONE/AP/Hasan Jamali)

Die Istanbuler Staatsanwaltschaft teilte am Mittwoch mit, 18 Angeklagten werde vorsätzlicher Mord unter Folter vorgeworfen. Zwei weitere Verdächtige würden beschuldigt, sie dazu angestiftet zu haben.

Einer der Hauptverdächtigen, der die Tat geplant haben soll, ist Saud bin Abdullah al-Kahtani. Er war zuständig für Medienangelegenheiten am saudischen Königshof und wurde in der Nacht entlassen, in der Riad den Tod Khashoggis eingeräumt hatte. Al-Kahtani gilt als enger Vertrauter des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

Ein saudisches Sonderkommando hatte Khashoggi am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul abgefangen, getötet und den Leichnam anschliessend zerstückelt. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman übernahm die Verantwortung für die Tat, bestritt aber, die Tötung angeordnet zu haben. Die Uno-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard war jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Kronprinzen gebe.

Ein Gericht in Saudi-Arabien hatte im Dezember fünf Männer im Fall Khashoggi zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden wegen Verschleierung des Verbrechens zu Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren verurteilt.

Al-Kahtani wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien befragt, mangels Beweisen für seine mögliche Verwicklung aber dort nicht angeklagt. Die Türkei, die EU und die Vereinten Nationen hatten die Todesurteile scharf kritisiert.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Obwalden schafft zusätzliche Behandlungsplätze im Kurhaus in Wilen
Regional

Obwalden schafft zusätzliche Behandlungsplätze im Kurhaus in Wilen

Um das Kantonsspital im Notfall zu entlasten, hat der Kanton im Nebengebäude des Kurhauses in Wilen in der Gemeinde Sarnen 36 zusätzliche Spitalbetten für Covid-19-Patienten eingerichtet. Obwaldner Hausärzte stehen dort im Einsatz.

Schaffhauser Polizei rückt wegen verirrtem Biber aus
Schweiz

Schaffhauser Polizei rückt wegen verirrtem Biber aus

Die Schaffhauser Polizei ist in der Nacht auf Mittwoch wegen eines verirrten Bibers ausgerückt. Das Tier hatte sich auf einer Strasse verlaufen und fand offenbar nicht mehr in den Rhein zurück.

Mourinho hielt sich offenbar nicht an die Regeln
Sport

Mourinho hielt sich offenbar nicht an die Regeln

Trainer José Mourinho droht Ärger, weil er sich trotz der rasant ausbreitenden Coronavirus-Pandemie in England nicht an die vorgeschriebene Abstandsregel gehalten haben soll.

Warten auf den nächsten ersten Abschlag
Sport

Warten auf den nächsten ersten Abschlag

Golf gehört zu den wenigen Sportarten, die sich mit Einschränkungen - auch in der Zeit des Coronavirus ausüben liessen. Dennoch sind die 98 Klubs von Swiss Golf geschlossen.