Nach Party in Belgrad Corona-Hotspot in Graubünden


Redaktion (allgemein)
Schweiz / 29.06.20 15:58

In Graubünden ist ein Corona-Hotspot entdeckt worden. Eine Gruppe junger Männer, die Party in Serbiens Hauptstadt Belgrad machte, kehrte mit dem Virus nach Hause zurück.

In Graubünden ist ein Corona-Hotspot entdeckt worden. Eine Gruppe junger Männer hatte in Belgrad Party gefeiert und das Coronavirus zurückgebracht (Themenbild). (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
In Graubünden ist ein Corona-Hotspot entdeckt worden. Eine Gruppe junger Männer hatte in Belgrad Party gefeiert und das Coronavirus zurückgebracht (Themenbild). (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Der erste aus der Gruppe der sechs jungen Männer erkrankte drei Tage nach der Rückkehr aus dem Ausland. Er hatte sich beim Arzt testen lassen. Daraufhin griff die Contact-Tracing-Gruppe des Kantons ein. Seither sind die sechs Party-Gänger in Isolation.

Alle Personen, die mit den jungen Männern nach deren Rückkehr aus dem Ausland Kontakt hatten, wurden unter Quarantäne gestellt. Derzeit befinden sich im Kanton Graubünden insgesamt 73 Personen in Quarantäne, die meisten von ihnen wegen des Belgrader Falls.

Die Party-Gänger seien vorletztes Wochenende ins Ausland gegangen, hätten sich dort angesteckt und seien dann zurück in die Schweiz gekommen, sagte die Bündner Kantonsärztin Marina Jamnicki am Montag gegenüber dem Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz RSI. Der Grund für die Ansteckungen sei das Party-Leben an sich.

Es spiele keine Rolle, wo Partys stattfänden. Wenn eine Person krank sei, dann bestehe einfach die Gefahr von Ansteckungen. Jamnicki appelliert an die Selbstverantwortung: Die ganze Nacht Party machen Schulter an Schulter, das gehe einfach nicht.

Laut der Kantonsärztin gibt es Handlungsbedarf in Graubünden. Die im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie errichteten Führungsstrukturen seien teils reaktiviert worden.

Wie in anderen Schweizer Städten war am Wochenende auch in Chur das Party-Volk unterwegs. Auf der Vergnügungsmeile Welschdörfli wurde gefeiert, was das Zeug hielt. Die Stadtbehörden reagierten am Montag prompt mit einem Massnahmenpaket.

Die Stadt teilte mit, sollten sich auf der Churer Party-Meile wieder grössere Personenansammlungen abzeichnen, werde der Zugang zahlenmässig beschränkt. Weiter sollen Schutzmasken verteilt werden. Oder die Restaurants ausserhalb der Innenstadt sollen eine Stunde länger öffnen dürfen. Damit wollen die Behörden verhindern, dass das Party-Volk zirkuliert.

Die Stadtpolizei soll diese neuen Massnahmen umsetzen. Es gehe nicht um Repression, sondern um eine Sensibilisierung für die nach wie vor nötigen Massnahmen hinsichtlich Hygiene und Abstand, schrieben die Churer Behörden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Trump trägt Schutzmaske bei Besuch von Militärspital
International

Trump trägt Schutzmaske bei Besuch von Militärspital

US-Präsident Donald Trump lehnt Masken in der Coronavirus-Krise für sich selber eigentlich ab - nun hat er bei einem Besuch in einem Militärspital einen Mund-Nasen-Schutz getragen. Dies war auf Fernsehbildern zu sehen.

Stadt St. Gallen beteiligt sich finanziell am Innovationspark
Schweiz

Stadt St. Gallen beteiligt sich finanziell am Innovationspark

Die Stadt St. Gallen will sich an der geplanten Aktiengesellschaft für einen Innovationspark Ost mit 300'000 Franken beteiligen. Das Projekt ist allerdings noch nicht bewilligt.

Atalanta Bergamo mit Remo Freuler fordert PSG heraus
Sport

Atalanta Bergamo mit Remo Freuler fordert PSG heraus

Atalanta Bergamo mit dem Schweizer Internationalen Remo Freuler trifft am Finalturnier der Champions League in Lissabon ab dem 12. August in den Viertelfinals auf Paris Saint-Germain.

Auch Ratten helfen in Gegenwart von passiven Zuschauern nicht
International

Auch Ratten helfen in Gegenwart von passiven Zuschauern nicht

Jemand ist in Not und alle stehen nur untätig herum, weil auch kein anderer etwas unternimmt. Dieses als "Zuschauer-Effekt" bekannte Verhalten ist bei Menschen sehr verbreitet - nun haben US-Forscher es auch bei Ratten beobachtet.