Waadt verbietet Privatanlässe mit über 100 Personen


Roman Spirig
Schweiz / 15.09.20 13:02

Der Kanton Waadt verschärft wegen steigender Infektionszahlen die Massnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Nachtclubs müssen schliessen, private Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind verboten. An geschlossenen öffentlichen Orten gilt Maskenpflicht.

"Der neuerliche Anstieg von Covid-19 beunruhigt", sagt die Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite (SP). (FOTO: Keystone/LAURENT GILLIERON)

Der neuerliche Anstieg von Covid-19 beunruhigt, sagte Regierungspräsidentin Nuria Gorrite (SP) am Dienstag vor den Medien in Lausanne. Der Kanton Waadt sei derzeit der am stärksten betroffene Kanton der Schweiz, sagte die Sozialdemokratin.

Um einen zweiten Lockdown zu vermeiden, kündigte der Staatsrat eine Reihe von strengen, aber verhältnismässigen Massnahmen an. Im Fokus: das Nachtleben und grosse Familienfeiern - die beiden Hauptansteckungsquellen.

Wie zuvor in Genf müssen Diskotheken und Nachtclubs ihre Pforten schliessen. Der Kanton prüfe eine Entschädigung für die Lokalbetreiber, sagte Wirtschaftsdirektor Philippe Leuba.

Weiter beschloss die Regierung, die Maskenpflicht auszuweiten und Privatfeste ab 100 Personen zu verbieten. Diese Massnahmen treten am Donnerstag um 15.00 Uhr in Kraft. Zudem will der Kanton auf eine stärkere Rückverfolgbarkeit setzen.

Obligatorisch ist das Tragen einer Gesichtsmaske künftig in Räumen, die der Öffentlichkeit offenstehen. Keine Pflicht gilt hingegen in Räumlichkeiten, zu denen nur Angestellte Zugang haben, wie Leuba erklärte.

In Restaurants und Bars müssen Angestellte künftig immer eine Maske tragen. Eine solche Pflicht gilt auch für Gäste, sofern diese nicht sitzen. Das Konsumieren von Getränken und Speisen ist nur noch sitzend gestattet. Zudem müssen sich Gäste in eine Liste eintragen. Im öffentlichen Verkehr gilt weiterhin eine allgemeine Maskenpflicht, in Läden ab zehn Personen.

Neue Maskenregeln gelten ab Donnerstag auch für private Anlässe. Ab 50 Personen ist das Tragen von Masken obligatorisch. Zudem muss der Veranstalter eine Teilnehmerliste führen.

Ziel des Kantons sei es immer gewesen, einerseits insbesondere die verletzlichen Personen zu schützen und andererseits dafür zu sorgen, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde, sagte die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (SP). Nach einer vorübergehenden Stabilisierung änderten sich nun aber die Zahlen, stellte Ruiz fest.

Am Montag befanden sich im Kanton Waadt 33 Personen wegen Covid-19 im Spital. Seit dem 17. August verstarben neun Personen. Knapp 2000 Personen sind in Quarantäne.

Es könnte bald passieren, das ein Spital keine Kapazität mehr hat, warnte Ruiz. Sorgen bereitet der Kantonsregierung, dass die Altersklasse der über 65-Jährigen wieder stärker von Corona-Infektionen betroffen ist.

(sda)


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