Neue Betreiber des Tropenhauses Wolhusen setzen auf Permakultur


Roman Spirig
Regional / 07.01.20 10:10

Das Tropenhaus in Wolhusen öffnet nach der Schliessung im vergangenen Sommer am 29. Februar unter neuer Führung. Die Betreiber setzen neu auf Permakultur, sie wollen künftig drinnen und draussen Kultur- und Wildpflanzen anbauen und erforschen.

Neue Betreiber des Tropenhauses Wolhusen setzen auf Permakultur (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Neue Betreiber des Tropenhauses Wolhusen setzen auf Permakultur (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Das Konzept der Permakultur sieht eine nachhaltige Landnutzung und keine Monokulturen vor. Man werde auf mehreren Etagen Kultur- und Wildpflanzen produzieren, teilten die neuen Betreiber des Tropenhauses am Dienstag mit. Geplant sei, eine breite Palette von Produkten und Pflanzen zu erzeugen, zu verarbeiten und zu verkaufen.

Man glaube an das Potenzial eines Nutzpflanzengartens, der ein regionales Erlebnis rund um das Thema Tropen und um weitere Klimazonen ermögliche. Für den Bereich Anbau und Produktion sind Landschaftsarchitektin Sabine Sonntag und Hansruedi Ackle, Vorstandsmitglied des Vereins Permakultur Schweiz, verantwortlich. Sie wollen das Tropenhaus auch zur Plattform für Praktiker und Forschende machen.

Coop hatte das Haus Ende Jahr für einen symbolischen Franken an die neuen Betreiber verkauft. Ackle und Sommer sind zu einem Drittel am Tropenhaus beteiligt. Je einen Drittel halten zudem Gastronom Gregor Vörös, der für das Restaurant zuständig ist, und die Familie Reichmuth, die ein neues Energiekonzept im Tropenhaus umsetzt.

Auf Anfrage sagte Vörös, Ziel sei es, bei der Artenvielfalt stärker zu diversifizieren. Den Grossteil der tropischen Pflanzen wie etwa Papaya habe man übernommen. Diese werden im Haupthaus auch künftig wachsen. Das Produktionstreibhaus hingegen werde man weniger stark heizen und dort mehr Zitrusfrüchte anbauen. Es soll ein mediterranes Klima herrschen.

Ab 2021 können die Betreiber zwei Hektaren Land rund um das Tropenhaus dazupachten. Dort werden sie all das anpflanzen, was in der gemässigten Zone wächst. Die Fischzucht im Inneren dagegen führen sie nicht weiter, laut Vörös war diese zu intensiv und der Nilbarsch, der in dem warmen Wasser gedieh, von geringer kulinarischer Qualität. Im Aussenbereich soll wieder ein Fischteich entstehen, allerdings mit geringerem Besatz und heimischen Arten.

Weitergeführt wird der Bereich Genuss und Kultur. Im Restaurant gibt es tropische Spezialitäten zu kosten. Mittags stehen einfache Gerichte auf dem Menüplan, am Abend ein Degustations-Menü für Gourmets.

Das Restaurant-Team leitet Vörös, der bereits im Kräuterhotel Edelweiss Rigi auf Naturküche setzt. Küchenchef wird der 25-jährige deutsche Sterne-Koch Daniele Tortomasi. Das Tropenhaus soll zu einem "kulinarischen Leuchtturm der Schweiz" werden.

De Familie Reichmuth aus dem Kanton Schwyz als Partnerin ist mit ihrer Firma Ecocoach im Bereich Energie- und Gebäudetechnik tätig und will dafür sorgen, dass das Tropenhaus künftig CO2-neutral mit Energie versorgt wird. Zudem nutzt sie das Haus als Plattform, um Besucherinnen und Besucher über das Thema Energie zu informieren.

Das Tropenhaus in Wolhusen war 2010 eröffnet worden. Der 16 Millionen Franken teure Bau sollte vor allem mit Abwärme geheizt werden. Diese stammt von der Transitgas AG, die Erdgas von der Nordsee nach Italien transportiert und dieses in Ruswil verdichtet.

Weil der Anteil der Wärme, der von der Gasverdichtungsstation stammte, unter 50 Prozent sank, war eine nachhaltige Wärmeversorgung nicht mehr gegeben und Coop entschied sich für die Schliessung. Ab März ist das Haus jeweils von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Tesla-Rivale Rivian erhält 2,5 Milliarden Dollar von Investoren
Wirtschaft

Tesla-Rivale Rivian erhält 2,5 Milliarden Dollar von Investoren

Im Wettlauf um den ersten elektrischen Pick-up-Truck erhält der Tesla-Konkurrent Rivian erneut eine dicke Finanzspritze. Das US-Unternehmen gab am Freitag in Plymouth bekannt, weitere 2,5 Milliarden Dollar an frischen Mitteln bei Investoren besorgt zu haben.

Sunshine Radio deutlich über 100'000 Hörer täglich und die klare Nummer 1 in der Region Zug
Regional

Sunshine Radio deutlich über 100'000 Hörer täglich und die klare Nummer 1 in der Region Zug

Sunshine Radio, Radio Central und Radio Eviva bilden das Medienhaus mit den meisten Radiohörerinnen und Radiohörern der Zentralschweiz. Die heute freigegebenen Hörerzahlen des 1. Semesters 2020 der Hörerforschung (Mediapulse) belegen, dass die drei Sender täglich über 373’000* Hörerinnen und Hörer erreichen (Bruttokontakte)! Sunshine erreicht über 100'000 Menschen am Tag.

Stadt St. Gallen beteiligt sich finanziell am Innovationspark
Schweiz

Stadt St. Gallen beteiligt sich finanziell am Innovationspark

Die Stadt St. Gallen will sich an der geplanten Aktiengesellschaft für einen Innovationspark Ost mit 300'000 Franken beteiligen. Das Projekt ist allerdings noch nicht bewilligt.

Pompeo: USA bereit zu Wiederaufnahme von Gesprächen mit Nordkorea
International

Pompeo: USA bereit zu Wiederaufnahme von Gesprächen mit Nordkorea

Im Atomstreit mit Nordkorea signalisieren die USA weiterhin Dialogbereitschaft. "Wir sind sehr hoffnungsvoll, dass wir dieses Gespräch fortsetzen können", sagte Aussenminister Mike Pompeo am Donnerstag (Ortszeit).