Neues Luzerner Museum: Jetzt liegt das Konzept vor


News Redaktion
Regional / 26.08.21 12:20

Das geplante neue Luzerner Museum, das aus dem Historischen und dem Natur-Museum entstehen soll, will ein breiteres Publikum erreichen. Der Regierungsrat hat am Donnerstag das angepasste Konzept präsentiert, das er nun erneut in die Vernehmlassung schickt. Die Standortfrage aber ist weiter unklar.

Das Historische Museum in Luzern: Die Zukunft des Hauses an der Reuss ist ungewiss. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Das Historische Museum in Luzern: Die Zukunft des Hauses an der Reuss ist ungewiss. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

In der Vernehmlassung zum Zusammenschluss der kantonalen Museen Anfang Jahr seien 536 Stellungnahmen eingegangen. Das zeuge von hohem Interesse, sagte der Luzerner Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) am Donnerstag vor den Medien.

Allerdings hätten zwei Punkte für Kritik gesorgt. Einerseits hätten viele Rückmeldungen ein detailliertes Museumskonzept vermisst. Anderseits sei auch der Standort im alten Zeughaus auf dem Musegghügel bemängelt worden.

Zur Standortfrage äusserte sich Schwerzmann nicht näher. Er möchte diese zwar so schnell wie möglich geklärt haben, zumal dies auch wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts sei. Der Zusammenschluss der beiden Häuser hänge aber nicht davon ab.

Mehr Informationen gab es dazu, wie das künftige Museum inhaltlich daher kommen soll. Direktorin Almut Grüner stellte das 25-seitige Museumskonzept vor. Die künftige Struktur sieht neben einem Haupthaus ein Kulturgüterzentrum, ein Zentrum für innovative Vermittlung und ein mobiles Museum vor.

Grüner hielt fest, der Auftrag verändere sich nicht, man wolle aber innovative Wege gehen und dazu aus dem Museum hinaus gehen. Im Vergleich zum bemängelten Grobkonzept solle die geplante interdisziplinäre Kernausstellung nicht mit Themeninseln sondern mit Erzählwegen gestaltet werden, etwa unter dem Titel Stadt, Land, See, Verborgene Geschichte(n) oder Pilatus, Gotthard, Rigi. Dabei sollen auch Zukunftsperspektiven miteinbezogen werden.

Weiter habe man die einst geplanten Aussenstellen des Museums durch die Idee eines mobilen Museums ersetzt, das an verschiedenen Orten ausserhalb der Stadt zum Einsatz kommen könnte. Wir sind auf der Landschaft noch nicht so stark präsent, sagte Grüner.

Weiterentwickeln wolle man die Theatertouren, neu entstehen sollen Angebote für Kinder, etwa für Kindergeburtstage, sowie für Menschen mit Demenz. Wir sehen die Museen in einer sozialen Verantwortung, sagte Grüner. Auch beim Thema Klima wolle man eine Vorreiterrolle einnehmen. Im Auge habe man zudem Touristen, die durch die Erzählwege ein Bild der Region erhalten könnten.

Der Regierungsrat beurteile das Konzept als innovativ und überzeugend. Es sei sehr viel wert, sagte Schwerzmann. Das Publikum werde in vielfältigen Formen aktiv einbezogen. Die Ausstellungen der beiden Museen seien sowieso renovationsbedürftig. Der Betrieb des neuen Museums bezifferte die Regierung auf 6,4 Millionen Franken. Er ist mit dem bestehenden Personalbestand geplant.

Die Vernehmlassung für das nun vorliegende neue Konzept dauert bis 7. Oktober. Die nötige Änderung des Kulturfördergesetzes dürfte im Frühling 2022 in den Kantonsrat kommen. Über ein allfälliges Bauprojekt am Standort Zeughaus Musegg wird er laut Vernehmlassungsbotschaft frühestens 2024 befinden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ruedi Wild: Rücktritt als Nummer 3 der Ironman-Weltbestenliste
Sport

Ruedi Wild: Rücktritt als Nummer 3 der Ironman-Weltbestenliste

Ruedi Wild bestätigt nur wenige Tage nach seiner in Mexiko erzielten Schweizer Ironman-Bestzeit in 7:36:35 Stunden auf Facebook den bereits vor dem Rennen gefassten Rücktritts-Entscheid.

Frau bei Tauchunfall in Walchwil ZG verletzt
Schweiz

Frau bei Tauchunfall in Walchwil ZG verletzt

Beim Tauchgang im Zugersee in Walchwil ZG ist eine 41-jährige Frau am Samstag verletzt worden. Nach Angaben der Zuger Behörden kam es gegen 11.15 Uhr beim Auftauchen beim Tauchplatz Rossblatten zu Komplikationen, worauf die Frau das Bewusstsein verlor. Sie wurde ins Spital gebracht.

Schweiz

"Tschugger": Walliser Polizeiposten im Visier von Anna Rossinelli

Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel sind im Gang, bevor "Tschugger" am kommenden Sonntag im Schweizer Fernsehen startet. Und wahrlich: Die Walliser Polizeiserie ist so witzig, dass man ihr getrost Erfolg zutrauen darf.

Paris will den Spatz retten
International

Paris will den Spatz retten

Die Stadt Paris macht sich für die Rettung des Spatzen stark, denn zunehmend verschwindet der kleine Vogel von Dächern, Grünflächen und Balkonen.