Neues Sicherheitszentrum in Rothenburg wird teurer und grösser


Roman Spirig
Regional / 19.03.21 12:50

Der Kanton Luzern will in Rothenburg LU ein neues Sicherheitszentrum bauen für Polizei, Lebensmittelkontrolle und Veterinärdienst. Nach dem Architekturwettbewerb hat er die Kostenprognose um 20 Millionen Franken nach oben geschraubt. Und es dürfte noch mehr werden. Der Bezug ist 2028 geplant

So soll das neue Luzerner Sicherheitszentrum in Rothenburg dereinst aussehen. (FOTO: Staatskanzlei Luzern)
So soll das neue Luzerner Sicherheitszentrum in Rothenburg dereinst aussehen. (FOTO: Staatskanzlei Luzern)

112 Millionen Franken steht aktuell auf dem Preisschild für den Neubau auf dem kantonseigenen Grundstück in Rothenburg zwischen Autobahn und Bahnlinie. Soviel koste nur der Bau, ohne Ausstattung und Betriebseinrichtung, sagte der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss (CVP) am Freitag vor den Medien.

In der Machbarkeitsstudie waren noch 91 Millionen Franken vorgesehen. Diese Differenz liege auch daran, dass die Regierung für den mehrgeschossigen Bau auf einem Betonsockel vorwiegend einheimisches Fichtenholz verwenden wolle. Wir setzen damit ein Zeichen, sagte Wyss.

Allerdings hatte der Luzerner Kantonsrat die Regierung im vergangenen September auch beauftragt, einen Holzbau zu prüfen. Das Parlament überwies ein entsprechendes Postulat von Hasan Candan (SP).

Den Architekturwettbewerb für den Neubau hat das Zürcher Planerbüro atelier ww Architekten SIA AG gewonnen. Dieses hatte bereits die Messehallen auf der Luzerner Allmend geplant. Sie stachen 15 andere Teilnehmende aus.

Das Gebäude wird nicht nur teurer, sondern auch grösser als geplant. Denn im Dezember entschied der Regierungsrat, dass auch die Einsatzleitzentrale der Polizei in Rothenburg und nicht in der Stadt Luzern untergebracht wird. Die Kosten dafür seien in den 112 Millionen Franken noch nicht inbegriffen, es dürften laut Wyss mehr als 5 Millionen Franken dazu kommen.

Wie Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker (SVP) ausführte, brauche die Einsatzleitzentrale 1200 Quadratmeter Fläche. Dabei handle es sich um ein Pionierprojekt, zumal hier die Einsätze von Polizei- und Blaulichtorganisationen der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden zusammenliefen.

Auch weitere Abteilungen der Luzerner Polizei, wie das Kommando, der Stab sowie die Operationen, würden nach Rothenburg verlegt. Grund dafür sind überalterte und überfüllte Lokalitäten an den aktuellen Standorten, etwa in der Sprengi, aber auch beim Veterinärdienst und der Lebensmittelkontrolle. Eine Synergieanalyse habe ergeben, dass auch die Technik und Logistik der Polizei und die Staatsanwaltschaft Emmen im neuen Zentrum angesiedelt werden könnten.

Entsprechend dürften dereinst deutlich mehr als die bisher angegebenen 250 Mitarbeitenden in Rothenburg unterkommen. Finanzdirektor Wyss strich den gültigen Bebauungsplan für das Areal hervor, den das Projekt erfülle. Das bringe hohe Rechtssicherheit, der Realisierung stehe nichts im Wege.

Bis im Sommer will die Regierung den Projektkredit und die Botschaft fürs Parlament ausarbeiten. Eine Volksabstimmung ist für 2023 vorgesehen, der Bezug für 2028.

(sda)


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