Zu grosses Kloster: Stanser Kapuzinerinnen ziehen nach Luzern


News Redaktion
Regional / 06.02.23 11:24

Die Schwesterngemeinschaft des Klosters St. Klara in Stans zieht Ende 2023 ins Zentrum der St. Anna in Luzern. Die Bewirtschaftung und der Unterhalt der Klosteranlage wurden für die acht Schwestern, welche der 1615 gegründeten Gemeinschaft noch angehören, zu einer Belastung. Das Kloster wird umgenutzt.

Das Kloster St. Klara in Stans wird umgenutzt. (FOTO: Kloster St. Klara)
Das Kloster St. Klara in Stans wird umgenutzt. (FOTO: Kloster St. Klara)

Zudem seinen die Räumlichkeiten im Stanser Kloster zu gross für die Gemeinschaft und auch nicht barrierefrei, teilte die Schwesterngemeinschaft am Montag mit. Schwestern, die pflegebedürftig seien, könnten von den wenigen Mitschwestern nicht mehr betreut werden.

Wie andere kirchliche Institutionen, spüre auch die Stanser Schwesterngemeinschaft die gesellschaftliche Entwicklung stark, heisst es. So setzten die Schwestern für die Zukunftsplanung eine Arbeitsgruppe ein, die von externen Expertinnen und Experten unterstützt wurde.

Auch wenn sie Stans nicht gerne verliessen, seien alle sehr froh, dass sie eine gute Lösung gefunden hätten, wird Schwester Sabine Lustenberger, Frau Mutter der Schwesterngemeinschaft, in der Medienmitteilung zitiert. Wichtig sei beim Entscheidungsprozess gewesen, dass die Schwestern auch künftig als Gemeinschaft zusammenbleiben und in Spiritualität leben könnten.

Anstelle der Kapuzinerinnen wird künftig eine Stiftung den Unterhalt und Betrieb des Klosters, des Klostergartens sowie des Pachtbetriebs langfristig sicherstellen. Das Kloster und seine Liegenschaften werden ins Eigentum der Stiftung übertragen. Für den Pachtbetrieb wird derzeit eine neue Pächterschaft gesucht, die bestehenden Mietverhältnisse werden weitergeführt.

Mit der Gründung der Stiftung könnten die denkmalgeschützten Gebäude im Zentrum von Stans geschützt und die Räumlichkeiten passend genutzt werden, heisst es. Gleichzeitig sichere die Stiftung mit den Miet- und Pachterträgen den Lebensunterhalt der Schwestern am neuen Standort in Luzern. Dort könnten sie ein ganzes Stockwerk beziehen.

Wie die Räumlichkeiten konkret genutzt werden, soll in den kommenden Monaten geklärt werden. Dabei sollen die franziskanischen Werte erhalten und die Anlage bewohnt bleiben. Über die Zukunft der Klosterkirche soll gemeinsam mit der Pfarrei entschieden werden.

Die Schwesterngemeinschaft war 1615 gegründet worden, zentrale Tätigkeit war die Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen, insbesondere der Betrieb eines Internats. In der Blütezeit, 1760, lebten 65 Schwestern im Kloster. Heute sind es noch deren acht.

Der Umzug der Stanser Kapuzinerinnen ist längst kein Einzelfall: Die St. Anna-Schwestern ermöglichten dort bereits anderen Schwesterngemeinschaften ein neues Zuhause.

Zudem war das Männerkloster in Stans, in dem auch Kapuziner wohnten, schon 2004 wegen Nachwuchsproblemen und Überalterung geschlossen worden. Im gleichen Jahr war auch das Kapuzinerinnen-Kloster in Altdorf aufgegeben worden.

2019 sind die benediktinischen Schwesterngemeinschaften aus ihren Klöstern in Wikon und Melchtal ins Kloster St. Andreas in Sarnen umgezogen.

(sda)


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