Nidwaldner Regierung erhält nicht mehr Geld für Testplanung


News Redaktion
Regional / 27.05.20 12:43

Die Testplanung für das Areal Kreuzstrasse in Stans wird teurer als geplant, weil die Verwaltung die Aufgabe nicht allein stemmen kann. Im Landrat ist am Mittwoch der vom Regierungsrat beantragte Zusatzkredit an der nötigen Zweidrittelsmehrheit gescheitert.

Das Areal Kreuzstrasse, auf dem der Kanton Nidwalden ein neues Sicherheitskompetenzzentrum bauen will. (Archivaufnahme). (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Das Areal Kreuzstrasse, auf dem der Kanton Nidwalden ein neues Sicherheitskompetenzzentrum bauen will. (Archivaufnahme). (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

32 Landratsmitglieder hiessen den Zusatzkredit von 180000 Franken gut, 19 lehnten ihn ab. Damit wurde das für die Finanzvorlage qualifizierte Mehr verfehlt, und der Regierungsrat muss die Testplanung mit den vor eineinhalb Jahren gesprochenen 695000 Franken durchführen.

Der Kanton beabsichtigt, auf dem rund 33000 Quadratmeter grossen, kantonseigenen Areal ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum zu realisieren. Heute sind dort die Polizei, die Staatsanwaltschaft, das Gefängnis, das Verkehrssicherheitszentrum und das Strasseninspektorat sowie Dritte untergebracht.

Das Areal wird heute ineffizient genutzt. Es ist flächendeckend überbaut, viele der Gebäude müssen saniert werden, sind nicht erdbebensicher und für den Betrieb nicht optimal angeordnet. Der Landrat hatte im Dezember 2018 grünes Licht gegeben für eine Testplanung für das Vorhaben, das im Parlament als grösstes des Kantons bezeichnet wurde.

Die Regierung hatte versucht, die Kosten tief zu halten. Deshalb sollten ursprünglich möglichst viele Arbeiten von Mitarbeitern der kantonalen Verwaltung übernommen werden, sagte Regierungsrätin Karin Kayser (CVP) im Landrat. Das Vorhaben sei aber zu komplex für dieses Vorgehen. Vor allem die Projektleitung könne von den Kantonsangestellten nicht neben den Kernaufgaben wahrgenommen werden.

Zu Mehrkosten führt auch die Kommunikation. Das Projekt stosse in der Öffentlichkeit auf ein grosses Interesse, sagte die Regierungsrätin. Die Kommunikation müsse deswegen schon in der Testplanung auf einem hohen Level angesetzt werden.

Der Regierungsrat habe einiges falsch eingeschätzt, sagte Kayser. Sie bat den Landrat, jetzt aber nicht nur in den Rückspiegel, sondern nach vorne zu schauen, damit das für den Kanton wichtige Projekt realisiert werden könne.

Die vorberatende Kommission zeigte sich unglücklich darüber, dass der Regierungsrat seine Kostenschätzungen revidieren müsse. Es könnte sich aber rächen, wenn jetzt am Anfang des Grossprojekts gespart werde, sagte Kommissionssprecherin Therese Rotzer (CVP). Die Kommission unterstütze deswegen den Zusatzkredit.

Weitere Redner wiesen darauf hin, dass sich in den eineinhalb Jahren, seit der Kredit für die Testplanung gesprochen worden sei, auch die Rahmenbedingungen geändert hätten. Zudem machten die zusätzlichen 180000 Franken auf das ganze Bauprojekt nur einen kleinen Anteil aus.

Der Regierung wurde zugestanden, dass sie die Zusatzkosten klar begründen könne. Eine hochwertige Planung sei bei einem solchen komplexen Vorhaben wichtig, um Planungsfehler und spätere Mehrkosten zu verhindern.

Wir haben noch keinen Nagel eingeschlagen und die Lage ist jetzt schon verfahren, kritisierte der Sprecher der SVP. Seine Fraktion könne dem Zusatzkredit nur schwer zustimmen. Er forderte die Regierung auf, einen Gang hinunterzuschalten und tief durchzuatmen. Verschiedene Landräte sagten, sie fühlten sich nicht ernst genommen, und sie möchten nicht nur Kredite abnicken können.

(sda)


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