Nidwaldner Regierung wartet bei der Pflege auf den Bund


News Redaktion
Regional / 26.10.22 13:54

Der Nidwaldner Regierungsrat hält wenig von der Idee, mit kantonalen Massnahmen den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Es sei besser, die Umsetzung der Pflegeinitiative auf Bundesebene abzuwarten, erklärte er zu einer Interpellation.

Die Arbeitsbedingungen für die Pflegefachleute sind auch nach der Annahme der Pflegeinitiative ein politischer Dauerbrenner, so im letzten Mai in Bern. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Die Arbeitsbedingungen für die Pflegefachleute sind auch nach der Annahme der Pflegeinitiative ein politischer Dauerbrenner, so im letzten Mai in Bern. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Die Fraktion Grüne/SP regte in dem am Mittwoch vom Landrat diskutierten Vorstoss an, auf kantonaler Ebene rasch für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegerinnen und Pfleger zu sorgen und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Sie begründete die Forderung damit, dass auch die Stimmberechtigten von Nidwalden vor einem Jahr der nationalen Pflegeinitiative zugestimmt hätten.

Der Regierungsrat erklärte in seiner schriftlichen Antwort, er werde konkrete Massnahmen für bessere Arbeitsbedingungen ergreifen, wenn die Bundesvorgaben geklärt seien. In die betrieblichen Angelegenheiten des Spitals Nidwalden und der Pflegeheime werde er sich nicht einmischen.

Verena Zemp (Grüne/SP) sagte, sie sei mit dieser Antwort des Regierungsrats überhaupt nicht zufrieden. Die Kantone müssten "das Heft sofort und notfallmässig in die Hand" nehmen und nicht auf den Bund warten.

Die Arbeitslast und die Fluktuation in den Pflegeberufen sei weiterhin hoch, sagte Zemp. Spitäler würden wegen des Personalmangels Betten schliessen. Es drohten Einbussen bei der Qualität, dabei seien alle auf eine gute Pflege angewiesen.

Ziel muss es laut Zemp sein, dass mehr Pflegerinnen und Pfleger im Beruf verbleiben oder in diesen zurückkehren und wenn möglich ihre Pensen erhöhen. Dazu gehören gemäss der Interpellantin auch bessere Arbeitsbedingungen, etwa mehr Ferien und eine bessere familienexterne Kinderbetreuung.

Wortmeldungen zur Interpellation gab es keine. Der Vorstoss wurde damit als erledigt abgeschrieben.

(sda)


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