Niels Hintermann springt für Odermatt und Feuz in die Bresche


News Redaktion
Sport / 20.01.23 13:00

Nicht Marco Odermatt und nicht Beat Feuz, sondern Niels Hintermann vertritt die Schweizer Farben auf dem Podest der ersten von zwei Kitzbühel-Abfahrten in diesem Jahr.

Niels Hintermann jubelt im Ziel (FOTO: KEYSTONE/EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Niels Hintermann jubelt im Ziel (FOTO: KEYSTONE/EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Der Zürcher wurde Dritter hinter dem Österreicher Vincent Kriechmayr und dem Italiener Florian Schieder, der bei besser werdender Sicht mit Startnummer 43 nach vorne preschte.

Hintermann stellte mit Startnummer 9 die Bestzeit auf und wurde zunächst einzig von Kriechmayr um 31 Hundertstel vom zweiten Weltcupsieg abgehalten. Sein Gefühl täuschte ihn aber nicht: Der 2. Platz stehe auf sehr wackligen Beinen, mahnte er, als sich die Sicht bei den Fahrern mit höheren Startnummern verbesserte. Und tatsächlich machte Florian Schieder mit Startnummer 43 sogar Kriechmayr noch den Sieg streitig.

Schliesslich wurde Schieder, der es im Weltcup zuvor dreimal knapp in die Top 15 geschafft hatte, 23 Hundertstel hinter Kriechmayr und acht Hundertstel vor Hintermann Zweiter. Hintermann blieb vor dem ebenfalls überraschenden Amerikaner Jared Goldberg und dem Norweger Adrian Sejersted Dritter und verbuchte seinen sechsten Podestplatz im Weltcup, den fünften in der Abfahrt.

Für Kriechmayr bedeutete der 15. Weltcupsieg der erste Triumph in der Abfahrt auf der Streif nach einem 2. Platz vor drei Jahren. 2021 hatte der 31-Jährige den Super-G gewonnen. Hinter ihm klassierten sich nicht weniger als sechs Fahrer mit Nummern über 30 in den Top 12, darunter neben Justin Murisier (12.) der wiederum starke Freiburger Youngster Alexis Monney, der als Elfter seinen 10. Platz von Wengen bestätigte. Auch Josua Mettler gehörte als Zwanzigster zu den Profiteuren der Wetterveränderung.

Andersrum lief das Rennen für die Topfahrer Marco Odermatt und Aleksander Kilde sowie für den abtretenden Beat Feuz. Odermatt, im Vorjahr Zweiter hinter Feuz, büsste nach einem spektakulären Manöver mehr als drei Sekunden auf Kriechmayrs Bestzeit ein und belegte einen der letzten Plätze. Der Führende im Gesamtweltcup übersah im zweiten Sektor eine Bodenwelle und wäre beinahe in den Fangnetzen gelandet. Er verhinderte einen schlimmen Sturz in extremis, erlitt aber einen Schlag auf das linke Knie, weshalb er auf einen Start im zweiten Rennen am Samstag verzichten wird.

Auch Feuz konnte in seinem zweitletzten Rennen nicht in den Kampf um die Podestplätze eingreifen. Der Emmentaler büsste bei ungünstigen Sichtverhältnissen bereits im obersten Drittel zu viel Zeit ein und musste sich in seinem zweitletzten Rennen mit Platz 28 begnügen. Bereits am Samstag bestreitet Feuz in der zweiten Abfahrt auf der Streif sein letztes Rennen vor dem Rücktritt.

Wie Odermatt wäre auch dessen erster Herausforderer Kilde beinahe zu Fall gekommen. Der Norweger, der vier der sechs vorangegangenen Abfahrten des Winters gewonnen hatte, reihte sich nach einer akrobatischen Einlage Eingangs des Zielschusses im 16. Rang ein.

(sda)


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