Nobelpreisträgerin Alexijewitsch will nach Minsk zurückkehren


News Redaktion
International / 28.09.20 16:11

Die politisch engagierte Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch will nach ihrer Ausreise nach Deutschland bald in ihre Heimat Belarus zurückkehren. Das sagte die Assistentin der 72-Jährigen, Tatjana Tjurina, am Montag dem belarussischen Nachrichtenportal tut.by.

ARCHIV - Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch will zurück nach Minsk. Foto: Sergei Grits/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Sergei Grits)
ARCHIV - Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch will zurück nach Minsk. Foto: Sergei Grits/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Sergei Grits)

Es handele sich nicht um eine Emigration. Ihre Rückkehr sei aber abhängig von der Lage in Belarus. Die international bekannte Autorin hatte Machthaber Alexander Lukaschenko mehrfach zum Rücktritt aufgefordert.

Die Schriftstellerin wolle in Schweden eine Buchmesse besuchen und in Sizilien eine Auszeichnung entgegennehmen, sagte Tjurina. Alexijewitsch, die sich seit Wochen von den belarussischen Behörden bedroht fühlte, verliess überraschend ihre Heimat und landete mit einer Maschine der belarussischen Fluggesellschaft Belavia in Berlin.

Die Schriftstellerin hatte sich als Mitglied im Präsidium des von der Opposition gegründeten Koordinierungsrates für einen friedlichen Machtübergang in ihrem Land engagiert. Als Mitglied des Koordinierungsrates war sie unlängst auch von den Ermittlern vorgeladen worden. Der belarussische Generalstaatsanwalt Alexander Konjuk hatte den Koordinierungsrat für illegal erklärt und ihm den Versuch der Machtergreifung vorgeworfen.

Alexijewtisch war neben dem zuletzt aus der Haft entlassenen Gewerkschafter Sergej Dylewski das einzige Präsidiumsmitglied, das noch in Minsk in Freiheit war. Die übrigen Mitglieder, darunter Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa, sind in Haft oder - wie der frühere Kulturminister Pawel Latuschko - ebenfalls ins Ausland ausgereist. Botschafter europäischer Staaten, aber auch der Koordinierungsrat und Journalisten hatten befürchtet, dass die gesundheitlich angeschlagene Alexijewitsch womöglich ebenfalls in Haft kommen könnte.

(sda)


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