Nordkorea droht USA mit Scheitern der Atomgespräche


Roman Spirig
Regional / 07.07.18 19:53

Die Nordkorea-Gespräche von US-Aussenminister Mike Pompeo werden von den beiden Seiten unterschiedlich gewertet. Während Pompeo von Fortschritten sprach, bezeichnete Nordkorea das Ergebnis als enttäuschend.

Nordkorea droht USA mit Scheitern der Atomgespräche  (Foto: KEYSTONE / AP / Andrew Harnik)
Nordkorea droht USA mit Scheitern der Atomgespräche (Foto: KEYSTONE / AP / Andrew Harnik)

Nordkorea bewertete die Gesprächen von US-Aussenminister Pompeo in Pjöngjang kritisch und drohte deshalb mit einem Scheitern der Bemühungen um die atomare Abrüstung in Korea. Das Ergebnis der Gespräche sei "sehr enttäuschend".

Die US-Seite beharre einseitig auf einer kompletten, nachprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung Nordkoreas, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Der "entschlossene und feste" Vorsatz Nordkoreas, das Atomprogramm aufzugeben, könne dadurch in Gefahr geraten.

Eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel sei am schnellsten durch ein schrittweises Vorgehen zu erreichen, bei dem beide Seiten zur gleichen Zeit vereinbarte Massnahmen umsetzten, zitierte KCNA einen Sprecher des Aussenministeriums, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Die US-Seite habe bei den Unterredungen am Freitag und Samstag "gierige Forderungen" gestellt, erklärte das nordkoreanische Aussenministerium laut einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag.

Pompeo hatte nach Abschluss seiner zweitägigen Gespräche in Pjöngjang am Samstag hingegen von Fortschritten "in fast allen zentralen Fragen" gesprochen, wenn auch "an einigen Punkten noch Arbeit zu tun" sei.

Nordkorea meine es mit seinen Zusagen einer vollständigen Denuklearisierung ernst, sagte er laut Poolbericht mitreisender US-Journalisten. Arbeitsgruppen sollten nun Details etwa zur Überprüfung der Schritte zur Denuklearisierung ausarbeiten.

Pompeo hatte in Pjöngjang insgesamt mehr als acht Stunden mit Kim Yong Chol, einem der engsten Mitarbeiter von Machthaber Kim Jong Un, beraten. Pompeo flog von Nordkorea aus nach Tokio, um Japan und Südkorea über die Gespräche zu informieren.

Eine Sprecherin des Aussenministeriums sagte, Pompeo sei bei den Punkten hart geblieben, auf die sich Trump und Kim bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur geeinigt hätten: Komplette Denuklearisierung, Sicherheitsgarantien und die Rückführung der im Korea-Krieg 1950-53 gefallenen amerikanischen Soldaten in die USA. Zu letzterem Punkt würden am 12. Juli Gespräche auf Arbeitsebene an der innerkoreanischen Grenze aufgenommen.

Der nordkoreanische Staatschef hatte im Juni bei einem historischen Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump die vollständige Denuklearisierung seines Landes zugesagt. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmassnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung als zu vage kritisiert wird.

Trump hatte Nordkorea als Gegenleistung Sicherheitsgarantien angeboten. Die USA sagten zudem gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea ab.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Streit um Finanzausgleich in Schwyz: Bericht
Regional

Streit um Finanzausgleich in Schwyz: Bericht "Finanzen 2020“ abwarten

Der Schwyzer Kantonsrat hat zwei SP-Motionen zum innerkantonalen Finanzausgleich eine deutliche Abfuhr erteilt. Die Anliegen der Vorstösse seien bereits in das Projekt "Finanzen 2020" aufgenommen worden.

Bundesrat will die Einfuhr von problematischem Gold nicht verbieten
Schweiz

Bundesrat will die Einfuhr von problematischem Gold nicht verbieten

Gold wird oft unter menschenrechtswidrigen Bedingungen geschürft. Der Bundesrat will die Einfuhr von solchem Gold jedoch nicht verbieten. Er setzt auf freiwillige Massnahmen der Branche und mehr Transparenz.

Djokovic mit der nächsten Gala
Sport

Djokovic mit der nächsten Gala

Novak Djokovic scheint an den ATP Finals in London nicht zu stoppen. Der Weltranglisten-Erste gewinnt auch sein zweites Spiel deutlich. Er deklassierte den Deutschen Alexander Zverev 6:4, 6:1 .

Entdeckter Krater zeigt: Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland
International

Entdeckter Krater zeigt: Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland

Unter Grönlands Eisschild liegt ein riesiger Einschlagkrater, der womöglich erst vor rund 12'000 Jahren entstanden sein könnte. Entdeckt und untersucht hat ihn ein Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Freiburg.