Norwegische Fregatte kollidiert mit Tanker - Schwierige Bergung


Roman Spirig
International / 08.11.18 17:56

Das Ende des Nato-Manövers "Trident Juncture" ist von einem schweren Schiffsunglück überschattet worden. Auf der Heimfahrt zu einem Marinestützpunkt in der Nähe von Bergen kollidierte am Donnerstagmorgen das norwegische Kriegsschiff "KNM Helge Ingstad" mit einem Tankschiff und schlug leck.

Norwegische Fregatte kollidiert mit Tanker - Schwierige Bergung  (Foto: KEYSTONE / EPA / MARIT HOMMEDAL)
Norwegische Fregatte kollidiert mit Tanker - Schwierige Bergung (Foto: KEYSTONE / EPA / MARIT HOMMEDAL)

Die 137 Soldaten an Bord der Fregatte konnten gerettet werden. Acht Menschen wurden allerdings leicht verletzt. Das Tankschiff "Sola TS", das mit 625'000 Liter Rohöl beladen war, wurde nur leicht beschädigt. Die Mannschaft blieb unverletzt.

Wie es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Die staatliche Havariekommission soll den Fall nun untersuchen. Das Tankschiff war bei der Ausfahrt aus einem Ölterminal in der norwegischen Gemeinde Øygarden in Hordaland mit dem Kriegsschiff zusammengestossen.

Ein Schlepper, der den in Malta registrierten Tanker begleitet hatte, sei nicht in den Vorfall verwickelt gewesen, teilte die Marine am Nachmittag in einer Pressekonferenz mit.

Die 2009 in Dienst gestellte "Helge Ingstad" ist gut 133 Meter lang und hat eine Verdrängung von 5290 Tonnen. Sie trägt einen Helikopter und ist unter anderem mit Torpedos und mit Raketen zur Schiffs- und Flugabwehr ausgerüstet.

Während der Nato-Übung wurde sie bei der Jagd von U-Booten eingesetzt. Sie soll keine scharfe Munition an Bord gehabt haben. Die Küstenwache meldete, dass Helikoptertreibstoff, den die Fregatte gebunkert hatte, ausgelaufen sei.

Nach der Kollision waren zunächst rund zehn Mann an Bord der Fregatte geblieben, um sie unter Kontrolle zu halten. Um zu verhindern, dass das Schiff zu tief sinkt, steuerten sie es nah ans Ufer. Weil zu viel Wasser eindrang, mussten auch sie von Bord gehen. Wenig später war das Helikopterdeck unter Wasser.

Schlepper unternahmen am Vormittag mehrere Versuche, die Fregatte aufzurichten, doch sie glitt immer wieder in die Schlagseite. Man wolle versuchen, das havarierte Schiff in den Marinestützpunkt Haakonsvern unweit der Unglücksstelle zu schleppen, teilte das Militär mit.

(sda)


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