Nur 37 von 100 Stimmbürgern gingen an die Urne


Roman Spirig
Schweiz / 10.02.19 18:00

Der Abstimmungskampf zur Zersiedelungsinitiative verlief vergleichsweise ruhig. Das hat sich nun auch negativ auf die Mobilisierung ausgewirkt. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 37 Prozent. Im langjährigen Vergleich ist das ein unterdurchschnittlicher Wert.

Nur 37 von 100 Stimmbürgern gingen an die Urne  (Foto: KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS)
Nur 37 von 100 Stimmbürgern gingen an die Urne (Foto: KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS)

Gerade auch in den Städten, wo man noch mit etwas mehr Zuspruch hätte rechnen können, habe es keine grosse Mobilisierung gegeben, sagte Lukas Golder vom Institut gfs.bern in der Abstimmungssendung des Schweizer Fernsehens SRF. Dazu komme, dass die Bevölkerung nur über eine einzige nationale Vorlage zu befinden hatte.

Am letzten Abstimmungstermin im November waren mehr Stimmberechtigte an die Urne gegangen. Damals wurde über die Selbstbestimmungsinitiative, die Hornkuhinitiative und die Vorlage zu den Sozialdetektiven abgestimmt. Die Stimmbeteiligung lag damals bei rund 48 Prozent.

Mit einer Stimmbeteiligung von rund 61 Prozent lag der Kanton Schaffhausen am Sonntag wie üblich an der Spitze. Dort gilt faktisch Stimmzwang. Über vierzig Prozent Stimmbeteiligung erreichten sonst nur noch die Kantone Basel-Stadt, Genf, Wallis, Zug, Zürich und Thurgau. In den Kantonen Glarus und Jura gaben dagegen weniger als drei von zehn Bürgern eine Stimme ab.

Seit 1971 betrug die durchschnittliche Stimmbeteiligung in der Schweiz rund 43 Prozent. Über die vergangenen zehn Jahre hinweg war sie auf über 46 Prozent gestiegen. Der Höchststand im Jahresdurchschnitt erreichte sie 2014 mit 52,4 Prozent.

Die höchste Stimmbeteiligung seit Einführung des Frauenstimmrechts kam bei der EWR-Abstimmung von 1992 zustande, als 78,7 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne gingen. Die Initiative "gegen die Überfremdung und die Überbevölkerung der Schweiz" (1974) und die GSoA-Initiative zur Abschaffung der Armee (1984) waren auf rund 70 Prozent gekommen. An der Abstimmung über das Tierseuchengesetz nahmen 2012 lediglich 27,6 Prozent teil.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Jonas Projer verlässt die
Schweiz

Jonas Projer verlässt die "Arena" und geht zu Ringier

Journalist und "Arena"-Moderator Jonas Projer verlässt Schweizer Radio und Fernsehen SRF und geht zum Medienhaus Ringier. Er wird in der Blick-Gruppe die Leitung des "Projekts Blick TV" übernehmen. Die Stelle tritt er spätestens am 1. September an.

Front der Gemeinden gegen die Luzerner Finanzreform wächst
Regional

Front der Gemeinden gegen die Luzerner Finanzreform wächst

Die Zahl der Gemeinden, die die Abstimmung über die Aufgaben- und Finanzreform (AFR18) des Kantons Luzern bis 2020 aufschieben will, wächst. Das Komitee, dem elf Gemeinden angehören, will die Reform bekämpfen und die Vorlage rechtlich prüfen.

Gemeindefahrzeug bleibt mit Greifarm an Brücke in Schenkon hängen
Regional

Gemeindefahrzeug bleibt mit Greifarm an Brücke in Schenkon hängen

Weil der Greifarm eines Gemeindefahrzeugs nicht genügend eingezogen war, ist dieser am Donnerstag an einer Autobahnbrücke in Schenkon hängengeblieben. Darauf kippte das ganze Gefährt, verletzt wurde niemand. Die Brücke bekam bloss einige Kratzer ab.

Petra Vlhova holt sich ihren ersten WM-Titel - Schweizerinnen gehen leer aus
Sport

Petra Vlhova holt sich ihren ersten WM-Titel - Schweizerinnen gehen leer aus

Petra Vlhova sicherte sich in Are WM-Gold im Riesenslalom. Die Slowakin gewann vor der Deutschen Viktoria Rebensburg und der Amerikanerin Mikaela Shiffrin.