Oberstes Gericht der Slowakei berät über Journalistenmord


News Redaktion
International / 15.06.21 15:29

Mehr als drei Jahre nach der Ermordung des Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten in der Slowakei hat vor dem Obersten Gericht des Landes am Dienstag das Berufungsverfahren begonnen.

Jozef Kuciak, Vater des ermordeten Journalisten Jan Kuciak, kommt zu einer öffentlichen Sitzung vor dem Obersten Gericht der Slowakei. Mehr als drei Jahre nach dem Mord will das Oberste Gericht der Slowakei über das Urteil der ersten Instanz entscheiden. Foto: Jaroslav Nov·k/TASR/dpa Foto: Jaroslav Nov·k/TASR/dpa (FOTO: Keystone/TASR/Jaroslav Nov·k)
Jozef Kuciak, Vater des ermordeten Journalisten Jan Kuciak, kommt zu einer öffentlichen Sitzung vor dem Obersten Gericht der Slowakei. Mehr als drei Jahre nach dem Mord will das Oberste Gericht der Slowakei über das Urteil der ersten Instanz entscheiden. Foto: Jaroslav Nov·k/TASR/dpa Foto: Jaroslav Nov·k/TASR/dpa (FOTO: Keystone/TASR/Jaroslav Nov·k)

Die Staatsanwaltschaft forderte zum Auftakt des Verfahrens in Bratislava, dass der Freispruch aus erster Instanz für den als Drahtzieher verdächtigten Millionär Marian Kocner aufgehoben wird. Das Verfahren müsste dann neu aufgerollt werden. Ob das höchste Gericht noch am Dienstag entscheidet, war zunächst nicht abzusehen.

Der damals 27 Jahre alte Investigativ-Journalist Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte Martina Kusnirova waren im Februar 2018 in ihrem Haus erschossen worden. Kuciak hatte über zwielichtige Geschäfte Kocners berichtet, aber auch über andere Verfilzungen von Politik und Wirtschaft. Der geständige Todesschütze wurde bereits rechtskräftig zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Mittäter kam mit 15 Jahren Haft davon, weil er als Kronzeuge wichtige Hinweise lieferte.

Kocner (58) weist alle Vorwürfe zurück, die Morde in Auftrag gegeben zu haben. In erster Instanz wurde er im vergangenen September freigesprochen, was auch international auf Kritik stiess. Der Unternehmer sitzt bereits in Haft, weil er in einem anderem Fall wegen Fälschung von Schuldverschreibungen zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

(sda)


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