Obligatorische Frühförderung für Kinder mit Sprachdefiziten


News Redaktion
Schweiz / 11.06.21 13:10

Kinder mit sprachlichen Defiziten sollen im Kanton Thurgau zum Besuch von vorschulischen Förderangeboten verpflichtet werden können. Dazu legt die Regierung dem Grossen Rat eine Anpassung des Volksschulgesetzes vor.

Die Thurgauer Regierung will die sprachliche Frühförderung von Kindern verstärken. Sie schlägt mit einer Gesetzesänderung ein selektives Obligatorium für solche Föderangebote vor (Symbolbild). (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)
Die Thurgauer Regierung will die sprachliche Frühförderung von Kindern verstärken. Sie schlägt mit einer Gesetzesänderung ein selektives Obligatorium für solche Föderangebote vor (Symbolbild). (FOTO: KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH)

Die frühe Förderung gewinne zunehmend an Bedeutung, schreibt die Regierung in einer Mitteilung vom Freitag. Aus Kindergärten, Kindertagesstätten (Kitas) und Spielgruppen werde vermehrt von Kindern mit einer ungenügenden Sprachkompetenz oder Verhaltensauffälligkeiten berichtet.

Sprachliche Lücken seien eine Belastung für die betroffenen Kinder, aber auch für das System der Volksschule. Deshalb setzt die Regierung auf die vorschulische Sprachförderung und schlägt in der Botschaft ein selektives Obligatorium vor. Damit sollen gezielt Kinder, bei denen dies nötig ist, zur Förderung verpflichtet werden.

Auf diese Weise könne, anders als mit den bestehenden freiwilligen Angeboten, die Erreichbarkeit aller Kinder gewährleistet werden, heisst es. Mögliche Orte der vorschulischen Sprachförderung sind Kitas, (Sprach-)Spielgruppen oder Tagesfamilien. Die Regierung will bereits bestehende Angebote in den Gemeinden nutzen.

Für den Aufbau des neuen Modells rechnet die Regierung mit zusätzlichen 100 Stellenprozenten in der Verwaltung, die notwendig sind. Danach sollen 50 Stellenprozente für die Umsetzung genügen. Die Kosten für die Umsetzung in den Schulgemeinden dürften grob geschätzt bei drei Millionen Franken pro Jahr liegen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Luzerner Regierung beantragt Coronahilfe für Sportvereine
Regional

Luzerner Regierung beantragt Coronahilfe für Sportvereine

Der Luzerner Regierungsrat will Sportvereinen im Kanton, die unter der Coronakrise leiden, finanziell zur Seite stehen. Er beantragt dem Kantonsrat einen Nachtragskredit von 2,9 Millionen Franken. Vereine im Non-Profit-Bereich können bis am 30. Juni ein Gesuch einreichen.

Zweiten Schweizer Beitrag beim Wettlesen in Klagenfurt
International

Zweiten Schweizer Beitrag beim Wettlesen in Klagenfurt

Der zweite Beitrag aus der Schweiz an den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur kam am Freitag von Lukas Maisel. Der 33-Jährige ist derzeit in Krems Stipendiat im Literaturhaus Niederösterreich. Dort hat er auch die Lesung seines Textes aufgezeichnet.

Arbeiter bei Unfall am Kopf verletzt
International

Arbeiter bei Unfall am Kopf verletzt

Bei einem Unfall in einer Industriehalle in Glarus hat sich am Mittwochnachmittag ein Arbeiter Kopfverletzungen zugezogen. Der 28-Jährige wurde von der Ambulanz ins Spital gebracht.

Chefs von pro-demokratischer Zeitung in Hongkong festgenommen
International

Chefs von pro-demokratischer Zeitung in Hongkong festgenommen

Fünf Führungskräfte der pro-demokratischen Hongkonger Zeitung "Apple Daily" sind am Donnerstag wegen angeblicher Verstösse gegen das umstrittene Sicherheitsgesetz festgenommen worden. Unter ihnen sind nach Angaben der "South China Morning Post" Verlagschef Cheung Kim-hung und Chefredakteur Ryan Law. Zudem durchsuchten rund 200 Polizisten den Hauptsitz des Unternehmens.