Obwalden verfehlt Energieziele wegen Bevölkerungswachstum


Roman Spirig
Regional / 30.04.21 12:38

Der Kanton Obwalden hat zwei der fünf Energieziele verfehlt, die er sich 2009 gesteckt hatte. Wie aus dem Evaluationsbericht hervorgeht, nahm der Verbrauch fossiler Energien bei Gebäuden und in der Industrie auf kantonaler Ebene nicht wie geplant ab, und auch der Stromverbrauch nahm stärker zu, als vorgegeben.

Obwalden verfehlt Energieziele wegen Bevölkerungswachstum (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Obwalden verfehlt Energieziele wegen Bevölkerungswachstum (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Dies sei dem Bevölkerungswachstum geschuldet, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Freitag. Konkret hätte in Obwalden der Verbrauch fossiler Energien in Gebäuden und der Industrie im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 20 Prozent sinken sollen. Die Abnahme betrug bloss 9 Prozent. Pro Kopf hingegen sind es 31 Prozent.

Der Stromverbrauch im Kanton stieg dagegen um 12 Prozent an. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt mit einem Anstieg von 3 Prozent innerhalb des definierten Rahmens von bis zu 5 Prozent.

Vollumfänglich erfüllt wurden hingegen die Ziele, die fossilen Energien im Verkehr um 5 Prozent zu senken, mehr Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen und den Bedarf an nicht erneuerbaren Energien bei kantonalen Gebäuden zu reduzieren.

Um die definierten Ziele zu erreichen, sah der Kanton 13 Massnahmen vor. Von diesen seien zehn erfolgreich umgesetzt worden, heisst es im Bericht. Nachholbedarf gibt es bei den Beschaffungsrichtlinien, der Verbesserung der Energieeffizienz in der Mobilität und einer bessere Zusammenarbeit mit EnergieSchweiz und der Energieagentur der Wirtschaft.

Es sei erfreulich, dass keine der Massnahme gar nicht umgesetzt wurde, heisst es im Bericht. Dass drei nur teilweise umgesetzt wurden, sei den fehlenden Ressourcen geschuldet.

Auf Basis der Erkenntnisse will der Regierungsrat ein Energie- und Klimakonzept 2035 erarbeiten. Dieses bildet die Grundlage für künftige Energiepolitik des Kantons. Mobilität, Gebäude und Industrie sollen im Fokus stehen.

Angesichts der heutigen energie- und klimapolitischen Ziele seien die Anforderungen gestiegen. Es müssten neue und ambitionierte Ziele gesetzt werden, was auch den Aufwand für die Verwaltung erhöhen dürfte, schreiben die Autoren des Berichts. Bis Ende Jahr soll ein erster Konzeptentwurf vorliegen, dieser soll Anfang 2022 in die Vernehmlassung gehen.

(sda)


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