Obwalden will Schuleintrittsalter schrittweise erhöhen


News Redaktion
Regional / 27.12.22 17:30

Der Obwaldner Regierungsrat will den Stichtag, der massgebend ist für den Schuleintritt, in zwei Schritten nach hinten verschieben. Er soll künftig auf Ende Februar festgesetzt werden. Der Lehrerinnen- und Lehrerverein äusserte sich kritisch dazu.

Im Kanton Obwalden sollen Kinder künftig fünf Monate später eingeschult werden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Im Kanton Obwalden sollen Kinder künftig fünf Monate später eingeschult werden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Wie in den meisten Kantonen beginnt auch in Obwalden heute für Kinder, die bis am 31. Juli fünf Jahre alt sind, die Schulpflicht auf das folgende Schuljahr. Der Obwaldner Kantonsrat hatte sich vor gut einem Jahr allerdings dafür ausgesprochen, Kinder künftig später einzuschulen. Er überwies eine Motion, die von der Regierung verlangte, den Stichtag um drei bis fünf Monate früher anzusetzen.

Kinder sollten länger Kinder sein sollen, war damals der Tenor im rat. Die Regierung wehrte sich erfolglos gegen die Forderung. Sie argumentierte, mit früherer Einschulung könne man Defiziten bei den Kindern begegnen. Nun hat die Bildungsdirektion dem Parlament aber einen Vorschlag unterbreitet, wie sie die Motion umsetzen will.

Sie plant, den neuen Stichtag in zwei Schritten einzuführen. Übergangsweise soll für das Schuljahr 2024/25 der Stichtag für den Kindergarteneintritt auf Ende April verschoben werden. Im Jahr darauf soll er dann auf Ende Februar festgesetzt werden. Mit der Übergangsregelung würden die Klassengrössen nicht allzu stark verändert.

Die Regierung komme der Forderung der Motion nach, das Stichdatum um bis zu fünf Monate zu verschieben, heisst es im Bericht. Man gleiche sich damit dem Nachbarkanton Nidwalden an. Bei einer Verschiebung um nur drei Monate stünde Obwalden in der Region alleine da.

In der Vernehmlassung stiess der Vorschlag zwar bei einer Mehrheit auf Unterstützung. Eher ablehnend äusserten sich FDP und SP. Nicht einverstanden war der Lehrerinnen- und Lehrerverein Obwalden. Er würde einen flexibleren Rahmen für den Kindergarten-Eintritt bevorzugen, dies käme der Heterogenität und der Selbstbestimmung der Eltern mehr entgegen. Für eine gute frühe Bildung brauche es Ressourcen und nicht eine Änderung des Eintrittsalters. Der Kantonsrat berät den Nachtrag zur Volksschulverordnung am 26. Januar.

(sda)


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