Obwaldner Gemeinden wollen Sozialdienste zusammenlegen


Roman Spirig
Regional / 24.03.21 15:50

Die sieben Obwaldner Gemeinden haben sich dafür entschieden, ihre Sozialdienste zusammenzulegen. Weil das aktuelle System an seine Grenzen stosse, wollen sie gemeinsam einen Zweckverband gründen. Das Stimmvolk soll im Frühjahr 2022 darüber befinden.

Obwaldner Gemeinden wollen Sozialdienste zusammenlegen (Foto: KEYSTONE / PETER KLAUNZER)
Obwaldner Gemeinden wollen Sozialdienste zusammenlegen (Foto: KEYSTONE / PETER KLAUNZER)

Die Gemeinden hätten in der Vergangenheit die Zusammenarbeit bei den Sozialdiensten intensiviert. Weil deren Aufgaben in den letzten Jahren zugenommen hätten und komplexer geworden seien, wolle man die Thematik nun gemeinsam angehen, teilten die Obwaldner Gemeinden am Mittwoch mit.

Sie liessen verschiedene Varianten prüfen und kamen zum Schluss, einen gemeinsamen Sozialdienst zu schaffen. Dieser werde die persönliche und wirtschaftliche Hilfe, die Mandatsführung im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, das Alimentenwesen, die Pflegekinderaufsicht, die Kinderbetreuung und Kostengutsprachen im Zusammenhang mit Einrichtungen übernehmen.

Die Aufgaben im Gesundheitsbereich sowie die Jugendarbeit, Altersarbeit und Integrationsförderung verbleiben bei jeder einzelnen Gemeinde. Dank der Zusammenlegung könne der geplante Sozialdienst Schwankungen in der Anzahl der zu bearbeitenden Dossiers pro Themenkreis abfedern.

Die Büroarbeitsplätze sollen an einem zentralen Standort zusammengefasst werden. Wo sich dieser befinde, sei noch nicht bestimmt, hiess es bei den Gemeinden auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er müsse aber sicher gut erreichbar sein.

Die Gemeinden blieben Kontaktpunkt des neuen Sozialdienstes. So stellen sie Raum zur Verfügung, um bei Bedarf Beratungsgespräche mit Klienten zu vereinbaren. In Engelberg ist zusätzlich auch weiterhin ein Büroarbeitsplatz notwendig.

Die Betriebskosten für den neuen Sozialdienst belaufen sich auf 2,84 Millionen Franken. Sie werden im Verhältnis der Einwohnerinnen und Einwohner unter den Gemeinden aufgeteilt. Die Gemeinden rechnen mit 19,2 Vollzeitstellen. Der Umfang bewegt sich im Bereich der Pensen, die zurzeit den einzelnen Gemeinden zur Verfügung stehen.

Noch fehlt die gesetzliche Grundlage für den Zusammenschluss im kantonalen Sozialhilfegesetz. Diese befindet sich in der Vernehmlassung, der Kantonsrat soll im Dezember 2021 darüber befinden.

Das Stimmvolk der Gemeinden soll dann im Frühjahr 2022 über den Beitritt zum Zweckverband abstimmen. Man habe ein Quorum von fünf Gemeinden festgelegt, hiess es weiter. Am meisten Synergien ergäben sich aber, wenn sämtliche Gemeinden teilnähmen. Die Zusammenlegung soll auf den 1. Juli 2023 erfolgen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Chancenlose Schweizer verlieren gegen Italien 0:3
Sport

Chancenlose Schweizer verlieren gegen Italien 0:3

Die Schweiz steht an der EM nach zwei sieglosen Spielen und mit nur einem Punkt mit dem Rücken zur Wand. Gegen Italien verliert sie in Rom auch in der Höhe verdient 0:3.

IG Seepärke will mit zwei Initiativen das Seebecken zum Park machen
Schweiz

IG Seepärke will mit zwei Initiativen das Seebecken zum Park machen

Die Interessengruppe Seepärke hat grosse Pläne für das Zürcher Seebecken: Sie haben am Mittwoch gleich zwei städtische Volksinitiativen lanciert. Die erste soll die viel befahrene Mythenstrasse verschwinden lassen. Die zweite fordert ein Seerestaurant am Bürkliplatz.

Marcus Caduff (Mitte) wird Bündner Regierungspräsident 2022
Schweiz

Marcus Caduff (Mitte) wird Bündner Regierungspräsident 2022

Marcus Caduff (Mitte) wird Bündner Regierungspräsident 2022. Der Grosse Rat wählte den 47-Jährigen am Dienstag mit 91 von 93 gültigen Stimmen. Neun Stimmzettel wurden leer abgegeben.

International

"Reaktion auf Brandballons": Israel attackiert Ziele im Gazastreifen

Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mehrere Militäreinrichtungen und einen Raketenstartplatz der islamistischen Hamas im Gazastreifen beschossen.