Parlament schickt Obwalden auf Ausbau-Weg bei erneuerbaren Energien


News Redaktion
Regional / 02.12.22 10:25

Der Kanton Obwalden macht sich auf den Weg, den Anteil erneuerbarer Energien tüchtig auszubauen. Das Parlament hat am Freitag das neue Energie- und Klimakonzept 2035 verabschiedet. Eine Förderung von Elektroautos strich der Rat, Netze für Photovoltaikanlagen will er besser zugänglich machen.

Mit verschiedenen Massnahmen will der Kanton Obwalden den CO2-Ausstoss senken. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA-Zentralbild/HENDRIK SCHMIDT)
Mit verschiedenen Massnahmen will der Kanton Obwalden den CO2-Ausstoss senken. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA-Zentralbild/HENDRIK SCHMIDT)

Das neue Konzept wurde gegen der Willen der SVP mit 37 zu 13 Stimmen bei 1 Enthaltung zur Kenntnis genommen. Es hat drei Ziele: Obwalden soll bis in zwölf Jahren 25 Mal mehr erneuerbare Energie produzieren, die Treibhausgasemissionen sollen auf dem Kantonsgebiet um mindestens 55 Prozent sinken, und bis 2040 soll die Verwaltung das Netto-Null-Ziel bei den Treibhausgasemissionen erreichen.

Die Berechnung dieser Emissionen führte gleich zu Beginn der Beratung zu Diskussionen und einem Rückweisungsantrag der SVP. Die Partei stellte sich auf den Standpunkt, dass der Ausstoss der Landwirtschaft falsch berechnet werde. Es handle sich dabei um biogene Emissionen, die sich im natürlichen Kreislauf kompensierten.

Der Rat lehnte die Rückweisung zwar ab. Man stütze sich hier auf wissenschaftliche Standards, es sei nicht zielführend, der Welt erklären zu wollen, wie man das richtig berechne, sagte Dominik Imfeld (CVP), Präsident der vorberatenden Kommission. Allerdings bot eine Mehrheit in der Detailberatung Hand dafür, eine Anmerkung ins Konzept aufzunehmen, die dem Antrag der SVP entsprach.

Der Rat beauftragte die Regierung zudem damit, bis Ende 2024 ein Finanzierungskonzept zu den Massnahmen vorlegen. Prioritär behandeln muss sie neue Kraftwerke und für entsprechende Konzessionen bis 2030 zusätzliches Personal bereit halten.

Das Konzept macht das grösste Potenzial beim Ausbau der Photovoltaik aus. Wer solche Anlagen bauen wolle, dem sollen seitens der Netzbetreiber keine Steine in den Weg gelegt werden, sagte Kommissionspräsident Imfeld.

Patrick Matter (CVP) sagte, heute müssten private Stromproduzenten Parallelnetz bauen. "Viel Kupfer statt Intelligenz", nannte er das. Um dies zu ändern, stimmte der Rat zwei Anträgen zu, die den Netzzugang erleichtern.

Weiter lehnte es der Kantonsrat ab, Elektrofahrzeuge zu fördern. Subventionen erhalten sollen dagegen neu Firmen, die ihre Energieeffizienz fördern.

Auch zwei Anträge im Bildungsbereich behandelte das Parlament. Es entschied, dass in Mensen nicht etwa "Vegi-Menüs" sondern "regionale und saisonale Menüs" auf den Tisch kommen sollen. Einen Klimabeirat mit Schülerinnen und Schülern strich der Rat nach ausgiebiger Diskussion mit 26 zu 24 Stimmen bei 1 Enthaltung aus dem Konzept.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

2660 Unterschriften gegen Ausweichverkehr im Kanton Uri
Regional

2660 Unterschriften gegen Ausweichverkehr im Kanton Uri

Über 2600 Personen haben eine Online-Petition unterschrieben, welche die Urner Dörfer vor dem Ausweichverkehr von der Autobahn schützen will. Die Unterschriftenbögen werden am kommenden Montag dem Regierungsrat übergeben.

NRW-Innenministerium: Güterzug erfasst zwei Kinder - ein Kind tot
International

NRW-Innenministerium: Güterzug erfasst zwei Kinder - ein Kind tot

Bei dem Bahnunglück in Recklinghausen sind nach ersten Angaben des NRW-Innenministeriums zwei Kinder von einem Güterzug erfasst worden. Ein Kind sei gestorben und eines schwer verletzt, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im NRW-Innenministerium am Donnerstagabend.

Luftalarm zum Auftakt von EU-Ukraine-Gipfel in Kiew
International

Luftalarm zum Auftakt von EU-Ukraine-Gipfel in Kiew

Der Beginn des EU-Ukraine-Gipfels in Kiew ist am Freitag von einem landesweiten Luftalarm überschattet worden. Angaben aus der Hauptstadt zufolge wurde er wegen des Einsatzes russischer Kampflugzeuge im Luftraum über Belarus ausgelöst. Von dort aus werden regelmässig Raketen in Richtung Ukraine abgefeuert.

In jeder zweiten Schweizer Gemeinde sind Solaranlagen unrentabel
Schweiz

In jeder zweiten Schweizer Gemeinde sind Solaranlagen unrentabel

In jeder zweiten Schweizer Gemeinde machen Privatpersonen mit Solaranlagen auf dem Hausdach Verlust. Laut einer neuen Studie von Forschenden der Universität Bern und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich bremst das den Solarausbau in der Schweiz.