Obwaldner Kantonsspital soll sich Luks Gruppe anschliessen


News Redaktion
Regional / 30.09.22 09:33

Der Obwaldner Regierungsrat sieht die Zukunft des Kantonsspital in Sarnen in einem Verbund mit der Luks Gruppe des Luzerner Kantonsspitals. Er hat diese als Partnerin ausgewählt und geht damit den gleichen Weg wie Nidwalden. Sparen kann er damit vorerst noch nicht.

Das Kantonsspital Obwalden in Sarnen soll wie bereits das Spital in Stans zur Luzerner Luks Gruppe stossen. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Das Kantonsspital Obwalden in Sarnen soll wie bereits das Spital in Stans zur Luzerner Luks Gruppe stossen. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Das Spital in Obwalden, das seit längerem mit finanziellen Sorgen zu kämpfen hat, soll in die Luks Gruppe eingebunden werden, wie der Obwaldner Regierungsrat am Freitag mitteilte. Infrastrukturen undSpezialisten könnten so besser ausgelastet und die Qualität langfristig sichergestellt werden.

Seit 2018 beschäftigt sich die Obwaldner Regierung mit der Zukunft des kleinen Spitals. Nach den Neuwahlen im Frühling kam es zu einer Departementsreform. Das Gesundheitsamt wurde dem neu geschaffenen Sicherheits- und Sozialdepartement zugewiesen. Dieses muss nun zusammen mit dem Finanzdepartement die Voraussetzungen für eine Integration des Spitals in die Luks Gruppe schaffen.

Die Regierung habe in der nun abgeschlossenen Projektphase mögliche Partner geprüft. Die Wahl der Luks Gruppe sei naheliegend, sagte Sozialdirektor Christoph Amstad (CVP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. So bestehen bereits diverse Kooperationen. Zudem könne Obwalden davon profitieren, dass bereits das Nidwaldner Kantonsspital mit dem Luzerner Kantonsspital zur Luks Gruppe fusioniert habe. Der vorgesehene Verbund sei an dieser Lösung angelegt.

In der Vergangenheit hatten etwa Abgänge beim Personal und die Frage nach der Aufhebung der Geburtenabteilung am Spital in Sarnen für Unruhe in Obwalden gesorgt. Der Regierungsrat habe nun entschieden, das aktuelle Leistungsangebot inklusive der Geburtenabteilung während mindestens fünf Jahren beizubehalten. Somit wird dem Kantonsrat während der Umsetzungsphase für die Verbundlösung keine Änderung des Leistungsauftrags beantragt.

Es handle sich daher nicht um ein Sparprojekt, sagte Amstad. Der Kanton wird vorderhand das Spital weiterhin über die Gemeinwirtschaftlichen Leistungen (GWL) mitfinanzieren. Nach erfolgter Zusammenführung müsse der Kanton für die bestellten Leistungen bezahlen. Dann komme man nicht mehr um die Diskussion über die Angebote in Sarnen herum.

Als nächster Schritt werden nun die Verträge für die Zusammenarbeit mit dem Verbundpartner konzipiert und gleichzeitig die kantonalen Gesetze für eine Verbundlösung erarbeitet. Ziel ist eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern noch in diesem Jahr.

Ende 2023 soll der politische Prozess mit der Vernehmlassung beginnen. Eine Volksabstimmung über das Geschäft ist laut Amstad nicht zwingend, da das Parlament die Kompetenz habe.

Die Kantone Luzern und Nidwalden hatten auf den 1. Januar 2012 mit dem Projekt Lunis eine gemeinsame Spitalregion geschaffen. Drei Jahre später prüften sie eine Fusion. Diese erfolgte 2021 mit der Schaffung der neuen Luzerner Kantonsspital AG (Luks Gruppe).

Zu dieser gehören die Luks Spitalbetriebe AG, die weiterhin unter der Marke Luzerner Kantonsspital (Luks) auftritt, die Spital Nidwalden AG, die Höhenklinik Montana AG, die Immobilien Luks AG sowie weitere Tochtergesellschaften.

(sda)


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