OECD erwartet solides Wirtschaftswachstum für die Schweiz


News Redaktion
Wirtschaft / 01.12.21 11:39

Die Schweizer Wirtschaft dürfte gemäss Einschätzung der OECD trotz gestiegener Ungewissheit auch weiterhin solide wachsen.

Trotz der Gefahren durch die Corona-Situation rechnet die OECD mit einem soliden Wirtschaftswachstum in der Schweiz. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Trotz der Gefahren durch die Corona-Situation rechnet die OECD mit einem soliden Wirtschaftswachstum in der Schweiz. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Nach einem BIP-Wachstum von voraussichtlich 2,9 Prozent im laufenden Jahr erwartet die Organisation mit Sitz in Paris für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent und für 2023 von 2,1 Prozent. Damit korrigiert die OECD ihre Mai-Prognose eines Wachstums von 3,2 Prozent im laufenden Jahr etwas nach unten, für 2022 hebt sie die Prognose leicht an (alt: +2,9%).

Nachdem die Konjunktur 2021 nach der Aufhebung der Corona-bedingten Einschränkungen sprunghaft angestiegen sei, habe die Ungewissheit aufgrund der aufeinanderfolgenden Pandemiewellen in der zweiten Jahreshälfte erneut zugenommen, schreibt die OECD in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsausblick.

Anzeichen dafür, dass die Wachstumsdynamik in der letzten Zeit etwas nachgelassen hat, sieht die OECD in einem schwächeren Detailhandelswachstum und der sinkenden Zahl von Autozulassungen. Da das Geschäftsklima aber nach wie vor gut ist, dürfte das Wachstum insgesamt solide bleiben.

Im Jahr 2022 sollten der Rückgang der pandemiebedingten Ungewissheit und niedrige Kapitalkosten die Investitionstätigkeit weiter stützen, so die OECD. Und der Konsum dürfte in den kommenden zwei Jahren durch eine Normalisierung am Arbeitsmarkt und eine Verringerung der aktuell hohen Ersparnisse der privaten Haushalte beflügelt werden. Eine lebhafte Auslandsnachfrage sollte zudem die Exporte ankurbeln.

Derweil hat die Inflation in der Schweiz unter dem Einfluss der hohen Energiepreise leicht angezogen. Die OECD erwartet aber weiterhin moderate Inflationsraten, obwohl die Löhne 2022 und 2023 wegen der zunehmenden Beschäftigung um etwas mehr als 1,5 Prozent ansteigen dürften.

Angesichts des moderaten Inflationsdrucks hält die OECD die expansive Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank für angemessen. Eine fortdauernde enge Überwachung der Finanzrisiken in diesem Zusammenhang sei aber gerechtfertigt.

Gleichzeitig solle der Bund seine pandemiebedingte fiskalpolitische Unterstützung nur schrittweise zurücknehmen, um die Erholung nicht zu beeinträchtigen, mahnt die Organisation. Die Hilfeleistungen sollten zunehmend auf die Unterstützung der am härtesten getroffenen Unternehmen und Personen und nicht auf die Sicherung von Arbeitsplätzen ausgerichtet werden. Zudem könnten Strukturreformen eine kräftige Erholung fördern.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Luzerner Kantonsrat stützt Moderni-sierung der Polizei
Regional

Luzerner Kantonsrat stützt Moderni-sierung der Polizei

Der Luzerner Kantonsrat widersetzt sich nicht einem Abbau der Zahl der Polizeiposten. In einer Aussprache vom Dienstag hat die Meinung vorgeherrscht, dass für die Sicherheit der Bevölkerung schnelle Interventionszeiten wichtiger seien als viele Posten.

Neuer Oberseetaler Abwasserleitung droht Verzögerung
Regional

Neuer Oberseetaler Abwasserleitung droht Verzögerung

Eine neue Leitung soll Abwasser der Gemeinden Ballwil, Eschenbach, Inwil und Rain zur Reinigen nach Emmen führen. Der Bau der 4,1 Kilometer langen Leitung droht sich allerdings zu verzögern wegen Verhandlungen über Durchleitungsrechte.

Der Erdbebendienst erfasste 2021 schweizweit über 1100 Beben
Schweiz

Der Erdbebendienst erfasste 2021 schweizweit über 1100 Beben

Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) hat im letzten Jahr über 1100 Erdbeben registriert. Das sind gesamthaft zwar leicht weniger als in den Vorjahren - allerdings gab es mehr starke Beben als im langjährigen Mittel.

Art Basel erhält Zuschlag für neue Kunst-Messe in Paris
Wirtschaft

Art Basel erhält Zuschlag für neue Kunst-Messe in Paris

Die Art Basel hat den Zuschlag für eine neue Messe in Paris erhalten. Die Messebetreiberin MCH Group will dafür ein französisches Tochterunternehmen gründen und Leute vor Ort beschäftigen. Basel bleibt gemäss MCH Group die Heimbasis des Kunstmesse-Netzes.