Ohne Flagge und Hymne - Wie Russland in Tokio um Medaillen ringt


News Redaktion
Sport / 22.07.21 04:03

Die stolze Sportnation Russland kämpft bei den Olympischen Spielen trotz der Sanktionen wegen Dopings in grosser Stärke um viele Medaillen - und ihren Ruf.

Tanzende Mitglieder des russischen Olympia-Teams 2016 am Willkommensfest im olympischen Dorf in Rio. 2021 in Tokio dürfen sie wegen  Dopingvorwürfen nicht unter russischer Flagge an den Wettbewerben teilnehmen. (FOTO: KEYSTONE/EPA/TANYA ZENKOVICH)
Tanzende Mitglieder des russischen Olympia-Teams 2016 am Willkommensfest im olympischen Dorf in Rio. 2021 in Tokio dürfen sie wegen Dopingvorwürfen nicht unter russischer Flagge an den Wettbewerben teilnehmen. (FOTO: KEYSTONE/EPA/TANYA ZENKOVICH)

335 Athletinnen und Athleten gehen für die wegen Dopings in Verruf geratene Sport-Grossmacht Russland bei den Sommerspielen in Tokio an den Start. Das sind rund 60 mehr als 2016 in Rio. Und Stanislaw Posdnjakow, Olympiasieger im Säbel-Fechten und heute Präsident des russischen Olympischen Komitees, ist heilfroh, dass die Sportlerinnen und Sportler überhaupt antreten dürfen.

Sowohl die russische Flagge als auch die Hymne haben die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und das Internationale Olympische Komitee für die Spiele verboten. Offiziell tritt Russland unter neutraler Flagge und als Team ROC an, wobei ROC für Russian Olympic Committee steht

Ich möchte sagen, dass sich die Anti-Doping-Situation in Russland in eine gute Richtung entwickelt, sagt Posdnjakow. In jedem Sportverband sei in diesem Jahr ein Experte für den Kampf gegen Doping eingestellt worden.

Dabei mussten die Russen erst Anfang des Monats die beiden Ruderer Nikita Morgatschjow und Pawel Sorin wegen eines positiven Ergebnisses bei einem Doping-Test aus der Aufstellung für die Olympischen Spiele in Tokio nehmen. Bei beiden war die verbotene Hormonsubstanz Meldonium nachgewiesen worden, die eine höhere Belastbarkeit und schnellere Regeneration bewirkt.

Posdnjakow sprach von einem eklatanten Vorfall. Das ist mir völlig unverständlich, meint der 47-Jährige, weil Sportler trotz Schulungen offenbar weiter bewusst zu dem Präparat griffen. Die Verwendung von Meldonium ist der dümmste Verstoss überhaupt, schimpft er mit Blick auf die rund 40 wegen der Strafen nach illegalem Meldonium-Gebrauch gesperrten russischen Sportler.

Unter den 185 Russinnen und 150 Russen, die in Tokio um Medaillen kämpfen, sind nur 10 in den Leichtathletik-Disziplinen vertreten. Der russische Leichtathletik-Verband bleibt zwar suspendiert, wie es der Weltverband 2015 vor dem Hintergrund staatlich geförderten Dopings beschlossen hatte. Seit Mitte März dürfen aber einzelne Sportlerinnen und Sportler wieder eine individuelle Starterlaubnis beantragen.

(sda)


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